Polizei will Infektionsschutzgesetz "mit Augenmaß" durchsetzen

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat in der Debatte um das Infektionsschutzgesetz klargestellt, dass Polizeibeamte Wohnungen nicht ohne Anlass kontrollieren werden. „Die restriktiven Ausgangsbeschränkungen stellen für die Polizei einen hohen personellen Aufwand dar. Das eingesetzte Personal wird die Auflagen ‚mit Augenmaߑ durchsetzen, wir appellieren aber an die Bevölkerung, diese mitzutragen und sich rücksichtsvoll zu verhalten“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende, Dietmar Schilff, der „Rheinischen Post“ (Montagausgabe).

Dts Image 15042 Nmroitscpt 3121 800 600Menschen mit Schutzmaske, über dts Nachrichtenagentur

Eine Inspektion von Wohnungen ohne Anlass werde es von der Polizei nicht geben. „Fest steht, wir werden diese Pandemie nur mit hoher gesellschaftlicher Solidarität bewältigen können“, so Schilff. Die Mehrheit der Bevölkerung halte sich die ganze Zeit schon an die Maßnahmen und sei der Polizei wohlgesonnen. Die Schwelle zur Aggressivität bei denen, die sich nicht daran hielten, sei allerdings leider gesunken, sagte der GdP-Bundesvize. „Da sind unsere Kolleginnen und Kollegen teils heftiger verbaler Aggression und teilweise auch körperlicher Gewalt ausgesetzt, etwa, wenn sie Wohnungen betreten, bei denen es Hinweise auf Corona-Partys gibt. Hier ist oft Alkohol im Spiel.“ Aufgrund der vielen Überstunden appelliert die GdP an den jeweiligen Dienstherren, dass Polizeibeamte ihre Bereitschaftszeit sofern möglich im Home Office absolvieren können.

„Außerdem hoffen wir, dass die Impfung bei der Polizei zügig verläuft, damit die, die in der Öffentlichkeit stehen, auch genügend geschützt sind“, sagte Schilff.