In einer erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Österreich haben die Polizeibehörden eine international tätige Schleuserbande zerschlagen. Die Bundespolizeidirektion München, die Landespolizeidirektion Oberösterreich und das Bundeskriminalamt in Wien erläuterten bei einer Pressekonferenz in Passau die Einzelheiten der Ermittlungen. Diese nahmen ihren Anfang im Oktober 2023, als die Bundespolizei in Jandelsbrunn, Bayern, ein Fahrzeug kontrollierte. Dabei wurden zwei Schleuser und vier Personen aus der Türkei entdeckt, die illegal nach Europa gebracht werden sollten. Dies führte zu intensiven länderübergreifenden Ermittlungen, die eine umfassende Schleuserstruktur aufdeckten.
Innerhalb eines Jahres identifizierten die Ermittlungsbehörden mindestens 30 Verdächtige, hauptsächlich syrischer Herkunft. Zu den Schlüsselpersonen gehörten Schleuserfahrer aus Schweden und Dänemark, sowie sogenannte “Hawala-Banker”, die für illegale Geldtransfers verantwortlich waren. Die Bande schleuste schätzungsweise 2.000 Menschen über die Balkanroute nach Mitteleuropa und erhielt dafür Einnahmen von rund 4 Millionen Euro.
Die internationalen Polizeinetzwerke, insbesondere mit Serbien, Ungarn, Schweden, Dänemark und den Niederlanden, führten zur Festnahme mehrerer Führungsmitglieder, die vor Gericht gebracht wurden. Der Haupträdelsführer wurde Ende 2024 zu einer Freiheitsstrafe von fünf Jahren und sieben Monaten verurteilt, und andere Beteiligte erhielten ebenfalls Haftstrafen. Einige Mittäter sind noch inhaftiert oder werden international gesucht.
Die Bande operierte hochprofessionell, setzte jedoch häufig Fahrzeuge ein, die nicht den Sicherheitsstandards entsprachen, was das Leben vieler, darunter auch Kinder, gefährdete. Für die kriminellen Geldflüsse wurden sogenannte “Hawala-Büros” genutzt, die ohne offizielle Banken arbeiteten. Der Erfolg der Ermittlungen hebt die Effektivität internationaler Polizeikooperation hervor und zeigt, wie wichtig solche Allianzen zur Unterbrechung krimineller Schlepperaktivitäten sind. In Österreich sind die Ermittlungen noch nicht abgeschlossen, um weitere Mittäter zu identifizieren und zur Verantwortung zu ziehen.

