Polizistenmordprozess | Strafverteidiger bringt Verhandlung erneut zum Stoppen- Weitere Befangenheitsantäge gestellt

Am heutigen Donnerstag hätte der zweite Augsburger Polizistenmordprozess weitergehen sollen. Hätte, aber wird nicht. Schon am dritten von zahlreichen terminierten Verhandlungstagen kommt der Prozess erneut ins Stocken. Der Anwalt des Angeklagten Raimund M. stellte nun auch gegen dieses verhandelnde Schwurgericht Befangenheitsanträge.

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Im Bereich des beliebten Augsburger Kuhsees wurde der Polizist Vieth erschossen. | Foto: Wolfgang Czech

Bereits der Beginn des Prozesses stand auf der Kippe. Adam Ahmed, der Verteidiger des mutmaßlichen Mörders hatte gegen insgesamt 10 Richter solche Befangenheitsanträge gestellt. Der Starttermin wurde deshalb um einige Stunden nach hinten verschoben, der Prozess konnte dann aber doch beginnen. Nach nur zwei Verhandlungstagen meint der Rechtsanwalt erneut, das die nun agierenden Richter befangen urteilen könnten. Er macht das an einem, aus seiner Sicht „ungewöhnlichen Umgang“ mit dem Urteil gegen Raimund M.s Bruder Rudolf Rebarczyk fest.

Dieser wurde bereits wegen der beiden zu Lasten gelegten Tat zu einer lebenslangen Haft mit anschließender Sicherheitsverwahrung verurteilt. Auch gegen Raimund M. wurde bereits zum damaligen Zeitpunkt verhandelt, das Verfahren gegen ihn aber aufgrund seiner Parkinsonerkrankung ausgesetzt. M. galt als verhandlungsunfähig. Nun wurde der Prozess gegen ihn wieder neu eröffnet. Das Brüderpaar soll im Oktober 2011 den Augsburger Polizeibeamten Mathias Vieth auf der Flucht mit Maschinenpistolen erschossen haben.

Aufgrund der erneuten Befangenheitsanträge wurden die abgelehnten Richter seitens des Strafverteidigers Adam Ahmed zu Stellungnahmen aufgefordert. Die Frist zur Abgabe dieser läuft erst am heutigen Mittag aus. Da erst dann über die Anträge entschieden werden kann, muss der heutige Verfahrenstag ausfallen.