Pollen-Allergiker sollten genau auf Symptome achten

Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek rät Pollen-Allergikern, genau auf ihre Symptome zu achten und im Zweifel mit einem Corona-Test Klarheit zu schaffen. Holetschek betonte am Samstag: „Nach aktuellem Stand haben Menschen mit Allergien kein erhöhtes Risiko, an Corona zu erkranken. Außerdem unterscheiden sich oft die Symptome bei Allergien und bei einer Corona-Infektion. Eine hundertprozentige Sicherheit kann aber nur ein Test liefern.“

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SymbolBild von Mojpe auf Pixabay

Juckende und tränende Augen machen sich vor allem bei Allergien bemerkbar. Fieber, Atemnot und ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl deuten dagegen eher auf eine Corona-Infektion hin.

Eine Reihe von Symptomen äußert sich sowohl bei einer Pollen-Allergie als auch bei einer Corona-Infektion. Der Unterschied liegt im Detail: So zeigt sich Husten bei einer Corona-Infektion trocken, bei Allergien wird dagegen häufig durchsichtiges Sekret produziert.

Auch der Geruchs- und Geschmackssinn kann in beiden Fällen beeinträchtigt werden. Allergiker können durch eine verstopfte Nase aber in der Regel nur vorübergehend schlechter riechen und schmecken. Bei einer Infektion mit COVID-19 kann der Geruchs- und Geschmackssinn länger gestört sein. Generell ist das Allgemeinbefinden bei saisonalen Allergien mit Ausnahme von Müdigkeit und seltenen Gelenkschmerzen weniger beeinträchtigt. Bei einer Corona-Infektion können sich dagegen auch Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit bemerkbar machen.

Generell gelten für Allergiker auch während der Pandemie dieselben Handlungsempfehlungen wie zur üblichen Pollensaison. Zusätzlich sollten sie sich – wie alle anderen Bürgerinnen und Bürger auch – an die einschlägigen Maßnahmen zum Infektionsschutz halten.

Holetschek erläuterte: „Auch Heuschnupfen-Symptome wie eine triefende Nase oder juckende Augen sollten immer vom Arzt abgeklärt werden. Allergietests führen zum Beispiel Hausärzte, Hautärzte, Internisten und Kinderärzte durch. Denn unbehandelt kann eine Allergie zu Asthma führen. Zudem kann der Arzt entscheiden, ob zum Ausschluss einer Infektion mit Corona ein Test auf das Coronavirus erforderlich ist.“

Wer seine allergischen Beschwerden ohne Medikamente lindern will, kann unter anderem auf kühlende Augen-Kompressen, Nasenspülungen oder seitlich abdeckende Sonnenbrillen als Pollenbarrieren zurückgreifen. Holetschek verwies zudem auf das bayerische Polleninformationsnetzwerk ePIN: „Aktuelle Daten zum Pollenflug können über die Webseite www.pollenflug.bayern.de und über unsere ePIN – Pollenflug Bayern App jederzeit abgerufen werden. Wer weiß, was fliegt, kann sich entsprechend vorbereiten und sein Verhalten sowie die Dosierung seiner Medikamente anpassen.“

Aktuell fliegen in Bayern die Pollen von Erle, Esche und Birke. Das kühle Wetter mildert den Pollenflug derzeit aber insgesamt noch ab. ePIN misst mit Hilfe von acht staatlich finanzierten elektronischen Pollenmonitoren und vier manuelle Pollenfallen (sogenannten Hirst-Typ Pollenfallen) die Pollenbelastung in Bayern standort- und pollenspezifisch.

Der Minister ergänzte: „Aktuell arbeiten wir an einer Erweiterung der Datenbasis von ePIN durch externe Partner (ePIN-Plus). Wichtig ist dabei, dass auch diese Pollenmonitore die Qualitätskriterien erfüllen. Wer in unser Polleninformationsnetzwerk aufgenommen werden will, kann beim Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit Antragsunterlagen anfordern.“

Seit Mai 2020 können die Daten neben der Website auch über die ePIN App aufgerufen werden. Angezeigt werden Daten zum aktuellen und vergangenen Pollenflug der wichtigsten allergieauslösenden Pflanzen. Weitere Informationen zu ePIN finden Sie unter www.pollenflug.bayern.de. Antragsunterlagen für ePIN-Plus können unter ePIN@lgl.bayern.de angefragt werden.