Der Präsident der Bundesnetzagentur, Klaus Müller, ruft Verbraucher und Industrie dazu auf, wegen der Ukrainekrise deutlich mehr Energie einzusparen als bisher.Pexels Pavel Danilyuk 7937292

„Aus Sicht der Speicherstände muss ich deutlich sagen: Jeder und jede ist aufgerufen, auch schon heute dazu beizutragen, Gas zu sparen“, sagte Müller in der Sendung „Frühstart“ bei RTL/ntv. „Alles, was heute einen Kubikmeter Gas spart, ist gut.“ Im Kinderzimmer oder bei älteren Menschen dürfe es natürlich etwas wärmer sein. „Aber im Rest der Wohnung kann ich auch über 17, 18, 19 Grad nachdenken.“ Das spare Geld, CO2 und Gas.

Müller sagte, die Speicherstände machten ihm Sorgen. Bei einem möglichen Gasembargo oder Lieferstopps durch Russland käme Deutschland mit den aktuellen Mengen und eingekauftem Flüssiggas nur bis zum Ende des Sommers oder Anfang des Herbstes. „Aber dann wären die Speicher richtig leer. Und das würden wir vor dem Winter nicht haben wollen.“ Derzeit gebe es aber keine Anzeichen dafür, dass Russlands Präsident Putin das Gas drossele, so der Präsident der Netzagentur. „So wie in den letzten Wochen auch erfüllt Russland seine Lieferverpflichtungen. Sie tun aber auch nicht mehr.“

Auf die Bundesnetzagentur käme im Ernstfall die Aufgabe zu, über die Zuteilung von knappem Gas zu entscheiden. Dafür müsste die dritte Stufe des „Notfallplans Gas“ ausgerufen werden. Wie wahrscheinlich dieser Fall sei, wollte Müller nicht einschätzen. „Das kann heute niemand seriös sagen.“