Beitrag der Kriminalpolizei Dillingen zum Thema: Falsche Polizeibeamte

Nachstehend ein Fachbeitrag von Kriminalhauptkomissarin Andrea Grimminger, die für Rückfragen bei der KPI Dillingen unter 09071/56-370 gerne zur Verfügung steht.
Pressebild Senioren Frau Telefon 1
Quelle: Pressebild Polizei-Beratung

Und plötzlich war das Erbe weg – Oma fiel auf falschen Polizeibeamten rein!

Seniorin fällt auf falschen Polizeibeamten herein, Senioren werden am Telefon betrogen, Senior wird Opfer eines Trickbetrugs an der Haustüre. Manch einer mag jetzt denken: Was interessiert mich das? Kann mir doch nicht passieren. Geht mich nun wirklich nichts an!

Aber halt! Ist das wirklich so? Wir sagen nein. Und das belegt auch wieder einmal ein aktueller Fall aus dem Bereich der Kripo Dillingen: 40.000 Euro hat eine Seniorin an einen vermeintlichen Polizeibeamten an der Haustüre übergeben, nachdem die Täter ihr glaubhaft einreden konnten, dass ihr Geld in Gefahr sei. Davor stand die betagte Dame bereits eine Woche unter dem Druck der Täter, die sie mehrfach täglich kontaktiert haben. Und wer denkt, das sei ein Einzelfall, der täuscht sich!

Immer wieder sind Betrüger und Gauner unterwegs, die den Namen der Polizei für kriminelle Zwecke missbrauchen. Dabei nutzen sie die Gutgläubigkeit ihrer Opfer, aber auch das Vertrauen gerade älterer Mitbürger in staatliche Institutionen aus. Sie versetzen sie in Angst und Schrecken und schwören sie unter massivem Druck darauf ein, absolut niemanden einzuweihen, da sonst die Ermittlungen der Polizei gefährdet wären.

Die inzwischen zwar nicht mehr neue, aber doch sehr aktuelle Masche der Betrüger: Sie rufen ihre Opfer an, um diese vor einem geplanten Diebstahl bzw. Einbruch zu warnen. Auf dem Display des Opfers wird dabei die Notrufnummer oder auch die Nummer einer Polizeidienststelle angezeigt, was mit Hilfe technischer Manipulation für die Täter kein Problem ist.

Die Täter bauen im Gespräch zunächst ein Vertrauensverhältnis auf und gaukeln vor, dass in der Nachbarschaft bereits eingebrochen wurde, fragen dann nach, was an Wertsachen, insbesondere Schmuck und Bargeld daheim vorhanden ist. Die Bewohner erhalten den Tipp, das gesamte Bargeld im Haus zu sammeln, um es von einem Kriminalbeamten abholen und an einen „sicheren Ort“ bringen zu lassen. Selbstverständlich versprechen sie, das Geld zurückzubringen, wenn die Gefahr gebannt ist. Durch diese Vorgehensweise haben die Betrüger schon fünf- und sechsstellige Summen erbeutet.

Häufig sind dabei gezielt ältere Menschen Opfer dieser Betrüger. Durch das sichere und überzeugende Auftreten gelingt es den Tätern leider immer wieder, ihre Opfer zu täuschen.

Und wie gesagt, es sind leider keine Einzelfälle. Die Polizei registriert vielmehr regelrechte Anrufwellen, bei denen die Täter aktiv sind. Die Polizei geht aufgrund der Anzahl der Fälle und der Professionalität der Täter davon aus, dass die Taten banden- und gewerbsmäßig begangen werden. Und die Dunkelziffer dürfte sehr hoch sein, da sich die Opfer häufig schämen, weil sie auf die Masche hereingefallen sind.

Die Kripo Dillingen gibt daher folgende Tipps:

:: Geben Sie am Telefon keine Details zu Ihren finanziellen Verhältnissen preis.
:: Notieren Sie sich Name, Rufnummer und Dienststelle des angeblichen Polizeibeamten und wenden Sie sich mit diesen Informationen an Ihre örtliche Polizeidienststelle, um Anzeige zu erstatten.
:: Suchen Sie selbst die Nummer Ihrer Polizeidienststelle heraus oder lassen sie sich von der Telefonauskunft geben.
:: Übergeben Sie niemals Geld an unbekannte Personen.
:: Lassen Sie sich nicht verunsichern oder gar unter Druck setzen, wenn Ihnen mögliche staatliche Konsequenzen angedroht werden.

:: Der beste Schutz für potentielle Opfer ist, sich erst gar nicht in ein Gespräch verwickeln zu lassen, sondern das Telefonat zu beenden. Seien Sie unbesorgt – gegenüber potentiellen Betrügern ist dies keine Unhöflichkeit.

Weitere Informationen finden sich auch unter:www.polizei-beratung.de

 
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