Premium Aerotec streicht 1000 Stellen in Augsburg – „Beschäftigte brauchen neue Perspektiven“

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sieht die Luftfahrtbranche in einer tiefgehenden Krise, die voraussichtlich noch jahrelang anhalten wird und deshalb neben gezielten schnellen Hilfen mit Langfriststrategien angegangen werden muss. streik_aerotec_042 Premium Aerotec streicht 1000 Stellen in Augsburg - "Beschäftigte brauchen neue Perspektiven" Augsburg Stadt Augsburg-Stadt News Newsletter Wirtschaft Augsburg MTU Premium Aerotec Stellenabbau | Presse Augsburg

Nach der Ankündigung von Airbus, bis zu 1.000 Stellen bei der Tochterfirma Premium Aerotec in Augsburg zu streichen, kündigte am Montag auch MTU Aero Engines in München an, mehr als zehn Prozent der 5.500 Arbeitsplätze in Bayern bis Ende 2021 abzubauen.

Aiwanger bedauert die Entscheidung und pocht auf sozialverträgliche Lösungen für die Mitarbeiter. „Die Menschen, die ihre Stelle verlieren, brauchen rasch eine neue Perspektive. Wir werden sie bei der Neuorientierung unterstützen“, kündigte Aiwanger an.

Premium Aerotec streicht 1.000 Stellen in Augsburg

Die Airbus-Tochtergesellschaft Premium Aerotec hat angekündigt, deutschlandweit rund 2800 Stellen abbauen zu wollen. Am Standort Augsburg ist geplant, etwa 1000 Stellen zu streichen. „Das ist sehr bitter für Augsburg. Wir kämpfen dafür, dass dies sozialverträglich abläuft. Ich bin dazu in Gesprächen mit Vorstandschef Thomas Ehm, auch um das Unternehmen zukunftsfähig zu halten.“ Die gesamte Luft- und Raumfahrtindustrie in Bayern ist sehr stark von den Auswirkungen der Corona-Krise betroffen. „Ein Drittel aller deutschen Arbeitsplätze dieser Branche ist in Bayern“, erklärte der Staatsminister. „Um dieser strategisch wichtigen Industrie in der schwersten Krise der Luft-und Raumfahrt der Nachkriegszeit eine Zukunftsperspektive bieten zu können, müssen Unternehmen und der Freistaat an einem Strang ziehen.“

Der Wirtschaftsminister steht seit seinem Amtsantritt in engem Kontakt mit der Luftfahrtbranche, in Kürze folgt das nächste Branchengespräch. Aiwanger: „Die negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen die Firmen hart. Die Nachfrage nach zivilen Flugzeugen sinkt. Wir müssen versuchen, die Auswirkungen für Unternehmen und Mitarbeiter so gut wie möglich abzufedern. Der Freistaat Bayern als führender Standort der Luft- und Raumfahrt stärkt die Branche mit gezielten Maßnahmen und Programmen für zukunftsfähige Produkte, beispielsweise mit BayLu 25. Die Verlängerung der Möglichkeiten der Kurzarbeit bis Ende nächsten Jahres ist ein wichtiges Werkzeug, um gerade auch bei der Luftfahrtindustrie keinen massiven Substanzverlust zu erleiden.“