Aschermittwoch der Künstler | Rauminstallation „Bitte stehen lassen! (Wird Montag abgeholt)“ in der alten JVA

Der Aschermittwoch der Künstler hat heute 180 geladene Gäste an einen ungewöhnlichen Ort geführt. Im Zentrum stand ein Kunstprojekt zum Thema „Vergessen-Vergeben-Neuanfang“ auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Augsburg.

Rauminstallation in der St. Severinskapelle mit den Künstlern Torsten Mühlbach (l.), Bruno Wank (r.) und Kuratorin Doris Kettner. | Foto: Nicolas Schnall / pba

Der Aschermittwoch der Künstler hat heute 180 geladene Gäste an einen ungewöhnlichen Ort geführt. Im Zentrum stand ein Kunstprojekt zum Thema „Vergessen-Vergeben-Neuanfang“ auf dem Gelände der ehemaligen Justizvollzugsanstalt Augsburg. Bischof Dr. Konrad Zdarsa begrüßte die Künstler zunächst im Hohen Dom zu Augsburg und feierte gemeinsam mit ihnen ein Pontifikalamt zu Beginn der österlichen Bußzeit. Im Anschluss an den Gottesdienst hatten die Gäste die Gelegenheit, die Rauminstallation „Bitte stehen lassen! (Wird Montag abgeholt)“ der beiden Künstler Bruno Wank und Torsten Mühlbach auf sich wirken zu lassen. Das ehemalige Gefängnis, in das sich die Installation einfügt, sei ein „geschichtsbeladener Ort, der viel stilles und manch grausames Leid gesehen haben muss“, so Professor Dr. Gerda Riedl in ihrem Grußwort. Sie ist seit Anfang Februar für die Abteilung „Kirche und Kultur“ verantwortlich. Die Idee zum Projektthema stammte noch vom verstorbenen Bischofsvikar Karlheinz Knebel.

Das Kunstprojekt umfasst eine Rauminstallation in der St. Severinskapelle und auf dem Innenhof vor der Kapelle, wo noch bis in die 1930er Jahre Hinrichtungen stattfanden. Die Installation besteht aus großen Verpackungskisten aus Holz, die den Raum beherrschen. Das Erscheinungsbild der Kisten und schwarze Piktogramme lassen auf den Inhalt schließen: Der Altar, ein Kreuz und die Sitzbänke sind zum Abtransport bereit. Etwas „Altes“ ist abgeschlossen, „Neues“ wird erwartet. Den Künstlern gehe es um die Wahrnehmung der Zeit zwischen einem „Vorher“ und einem „Nachher“, einer Zeit des Übergangs vom Erinnern zum Vergessen oder aber vom Vergeben zu einem Neuanfang, beschrieb Kuratorin Doris Kettner die Installation. Allein das große Kreuz im Chorraum der Kapelle ist noch nicht eingepackt und zieht den Blick des Besuchers auf sich.

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