Die Augsburger CSU ließ heute die Bombe platzen. Dr. Kurt Gribl wird mit Ablauf seiner aktuellen Amtszeit nicht weiter als Oberbürgermeister zu Verfügung stehen. Seine Nachfolgerin soll Eva Weber werden.

Gribl verzichtet auf eine weitere Kandidatur | Foto: Wolfgang Czech

Die Augsburger CSU lud heute zu einer kurzfristigen Pressekonferenz ein. Unter dem Motto „Der CSU-Fahrplan zur Kommunalwahl 2020 sowie die Aufstellung der Stadtratsliste und OB-Kandidatur“ sollten die Medienvertreter über die Pläne der Christsozialen informiert werden. Was mitzuteilen war kam einem Paukenschlag gleich. Dr.Kurt Gribl wird nicht für eine dritte Amtszeit als Oberbürgermeister kandidieren. Nach dem gestern der Verzicht von Nürnbergs OB Ulrich Maly (SPD) bekannt wurde, wird das zweite bekannte Gesicht der bayerischen Kommunalpolitik nicht weiter für das führende Amt der jeweiligen Stadt zu Verfügung stehen.

„Bis zum Ende meiner Amtszeit im Mai 2020 will und werde ich Oberbürgermeister der Stadt Augsburg sein und bleiben. Ich werde mein Amt mit voller Kraft, Energie und Freude ausüben. Das Begonnene wird, soweit möglich, zu Ende geführt. Das Fortzuführende und neu zu Beginnende so bearbeitet, dass ein guter Übergang zur kommenden Stadtregierung gelingt.“

Die Gründe bei den beiden bekannten Herren sind wohl ähnlich gelagert. Beide Mitte/Ende ihrer 50er Jahre wollen nicht für ewig an ihrem Stuhl kleben und so Weiterentwicklungen (ungewollt) behindern, beide begründen die Entscheidung mit ihrem eigenen Poltikverständnis. Maly war 2002 Rathauschef der Frankenmetropole geworden, Gribl übernahm sechs Jahre später von Paul Wengert (SPD) das Amt. Nun wird für beide im April 2020 Schluss sein.

Bürgermeisterin Eva Weber soll Gribl nachfolgen | Foto: Wolfgang Czech

Die Nachfolge ist geregelt

Auch wenn heute auf die Pauken geschlagen wurde, so richtig überraschend kommt der Schritt nicht. Bereits seit einiger Zeit baut Gribl Eva Weber als seine Nachfolgerin auf. Die Bürgermeisterin übernahm bereits in den letzten Monaten verstärkt Termine, die zuvor von Gribl übernommen worden wären.

Augsburgs Oberbürgermeister waren in der Vergangenheit immer wieder Optionen in der Landes- und Bundespolitik nachgesagt worden. Seehofer wollte ihn mit nach Berlin nehmen, Söder für sein Kabinett hatte es aus verschiedensten Quellen geheißen. Gribl wollte aber in Augsburg seinen „Job“ erledigen und hatte alle vermeintlichen Ambitionen verneint. 2021 findet voraussichtlich die nächste Bundestagswahl statt, die CSU möchte bis dahin zu alter Stärke zurückfinden. Vielleicht dass sich seine Ambitionen bis dahin ändern werden.Als Vorsitzender des Bayerischen Städtetags hat sich Gribl jedenfalls auch national  ein Gewicht verliehen.

Bürgermeisterin Eva Weber soll Gribl nachfolgen | Foto: Wolfgang Czech

Weber als neues Stadtoberhaupt?

In Augsburg sind für den Zeitpunkt seines Ausscheidens die Weichen bereits gestellt. Die CSU will nun tatsächlich mit Wirtschaftsreferentin Eva Weber als OB-Kandidatin den Wahlkampf für die Kommunalwahl am 15.März.2020 gehen. Die Bestätigung durch die Nominierungsversammlung vorausgesetzt. Die 41-jährige Juristin ist seit 2014 auch 2. Bürgermeisterin und somit Stellvertreterin Gribls. Nun soll die gebürtige Allgäuerin, wenn es nach der CSU geht, zum neuen Stadtoberhaupt gewählt werden. Weber wäre die erste Frau an der politischen Spitze der Fuggerstadt. Dies wäre ganz im Sinne der Christsozialen Parteiführung, die sich als Ziel ausgegeben hat weiblicher und jünger zu werden. Weber würde neben aller Qualifikation beide Eigenschaften mitbringen.

Seit heute ist der Wahlkampf in Augsburg inoffiziell eröffnet. Eines steht bereits jetzt fest. Es wird einen neuen Oberbürgermeister (m/w/x) geben. Ob dann Weber oder doch jemand anderes die Stadt vertreten wird, entscheidet der Wähler.