Augsburg | Rund 450 Menschen folgen Demoaufruf gegen Abschiebungen

Die Abschiebungen nach Afghanistan halten an und somit auch die Gefährdung der in Deutschland lebenden AfghanInnen. In dem Flugzeug, das am 23.01.2017 nach Kabul startete, saß ein Mann der zuvor in Augsburg lebte, der sich nun in diesem unsicheren Land befindet.

Foto: Wolfgang Czech

„Afghanistan ist nicht sicher und wird es nicht allein dadurch werden, dass die Bundesregierung und Innenminister de Maizière es für sicher erklären. Sogar das Auswärtige Amt warnt dringend vor der Einreise nach Afghanistan und warnt ausdrücklich vor der Gefährdung durch terroristische oder kriminell motivierte Gewaltakte. Die Bundesregierung misst mit zweierlei Maß und nimmt die Gefährdung des Wohls zahlreicher AfghanInnen in Kauf. Dadurch betreibt sie eine erfolgreiche Abschreckungs- und Verunsicherungspolitik.“, so der Augsburger Flüchtlingsrat in einer Erklärung.

Weiter: „Menschen nach Afghanistan abzuschieben, bedeutet, sie Krieg und Terror auszusetzen und der Perspektivlosigkeit zu überlassen. Über eine Million Menschen sind derzeit innerhalb des Landes auf der Flucht, weil Leib und Leben bedroht sind.Somit ist es nachvollziehbar, dass AfghanInnen auch in Europa Schutz suchen und ihnen Asyl zu gewähren entspräche den viel beschworenen europäischen Grundwerten. Die Massendeportationen nach Afghanistan sind ein Angriff auf diese Werte als auch auf den Kerngedanken des Asylrechts.“

Foto: Wolfgang Czech

Im Rahmen einer Demonstration am heutigen Mittag in der Augsburger Innenstadt forderten die Redner daher die Bundesregierung auf, Abschiebungen nach Afghanistan sofort zu stoppen und die internationalen Schutzverpflichtungen von Menschen, die vor Krieg und Terror geflohen sind, zu erfüllen.

Nach Angaben der Organisatoren waren rund 450 Menschen dem Aufruf gefolgt.

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