Brechtfestival | Was hat der Kulturausschuss bei der Zukunft noch mitzureden?

Erst vor wenigen Tagen war das Programm für das Brechtfestival 2015 vorgestellt worden. Doch der Vertrag des bisherigen Festival-Leiters Joachim Lang wird danach auslaufen. Über eine Verlängerung sollte im Kulturausschuss diskutiert werden. Nun steht dies als Tagesordnungspunkt im nichtöffentlichen Teil der Stadtratssitzung.

Wurde Kulturreferet Thomas Weitzel... | Foto: Wolfgang Czech
Wird verhindert, dass Kulturreferet Thomas Weitzel seine Ideen umsetzt? | Foto: Wolfgang Czech

Einige Parteien wollten sich im Kulturausschuss der Stadt mit dem weiteren Umgang mit dem Brechtfestival und einer möglichen Vertragsverlängerung für Lang auseinandersetzen. Kulturreferent Thomas Weitzel nahm darauf hin das Festival in die Agenda der Ausschusssitzung für Anfang Dezember auf. Die SPD meldete dann internen Besprechungsbedarf an, worauf hin der Referent diesen Punkt von der Tagesordnung nehmen musste. „Kurios, da sich die SPD im Koalitionsvertrag mit der CSU zu 3 weiteren Jahren mit dem bisherigen Festivalleiter und seinen Inhalten längst entschieden hatte.“ kommentierte Stadtrat Oliver Nowak (Polit-WG) dieses Vorgehen.

Nowak befürchtet es könnte sich bei der Absetzung der Diskussion um die Inhalte der zukünftigen Brechtfestivals um rein machtpolitische Vorgänge handeln. Er stellte einen Antrag auf erneute Ansetzung im Kulturausschuss. Dieser wurde abgelehnt. Nach eigener Auskunft wurde Nowak versichert, dass die Folge der Zeitverzögerung keine automatische Verlängerung des Vertrages mit dem bisherigen Festivalleiter über 2015 hinaus bedeutet.

Nun tauchte die Frage um das Brechtfestival, für einige Fraktionen überraschend, in den Tagesordnungspunkten der Stadtratssitzung vom kommenden Donnerstag auf. Im nichtöffentlichen Teil.

gewinn_theaterLinken-Stadtrat Hutter befürchtet, dass man einen neuen Vertrag für Lang nun einfach durchwinken wird. „Dass der Kulturausschuss als zuständiges Gremium durch Hinterzimmerpolitik umgangen wird, offenbart gerade im Kulturausschuss einen Mangel an politischer Kultur.“ so Hutter. Er sieht darüberhinaus eine Respektlosigkeit gegenüber Kulturreferent Weitzel: „Es ist ein Unding, dass ein Politiker, der auf eigenen Wunsch aus dem Stadtrat ausgeschieden ist, quasi als letzte Amtshandlung die Personalie Lang in den Koalitionsvertrag hineindiktiert. Damit wird dem neuen, über Regierungs- wie Oppositionslager hinweg begrüßten Referenten Weitzel bereits bei Amtsantritt das Misstrauen ausgesprochen. Es wird verhindert, dass Weitzel seine eigenen kulturpolitischen Vorstellungen umsetzt.“ Hutter meint dass SPD- Altstadtrat Karl-Heinz Schneider seinen Freund Joachim Lang „auf jeden Fall durchdrücken wolle“.

Nach der Stadtratssitzung wird man mehr über die weitere Zukunft des Brechtfestivals und seines Leiters Joachim Lang wissen. Es wird in jedem Fall intensiv diskutiert werden.