Britischer Finanzminister wirft EU-Partnern „Paranoia“ vor

Der britische Finanzminister Philip Hammond geht mit den EU-Partnern hart ins Gericht. Großbritannien werde die Europäische Union definitiv verlassen, sagte der Schatzkanzler der „Welt am Sonntag“ (14. Januar 2018), ein Verbleib sei eine unrealistische Option: „Ich würde den Leuten, die eine enge Beziehung zwischen Großbritannien und Europa zu schätzen wissen, davon abraten, sich auf diese Illusion zu versteifen.“ Indirekt droht er, sein Land werde sich anderen Partnern zuzuwenden.

Big Ben, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Big Ben, über dts Nachrichtenagentur

„Wir hören in den USA und vielen anderen Ländern aus aller Welt Willen und gar Enthusiasmus, mit uns Freihandelsverträge abzuschließen“, sagte Hammond. „Das hören wir aus Europa nicht. Aus Europa hören wir nur Rückwärtsgerichtetes.“

Die Überlegung, Großbritannien gegenüber nicht allzu großzügig zu sein, um mögliche Nachahmer nicht zu provozieren, hält Hammond für Verfolgungswahn. „Ich kann diese Paranoia nachvollziehen“, erklärte der Tory-Politiker und verglich die EU mit einem Golfklub: „Man kann auch nicht wirklich einen Verein betreiben, wenn man Mitglieder sanktioniert, die sich entscheiden, den Klub zu verlassen. Man sollte eher seine Anstrengungen verdoppeln, für neue und bestehende Mitglieder attraktiv zu bleiben.“

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