Das Augsburger Friedensfest wird nun ganz offiziell „immaterielles Kulturerbe“ Bayerns

Vom Augsburger Friedensfest über die Berchtesgadener Weihnachtsschützen bis zur Oberpfälzer Zoiglkultur: Insgesamt zwölf lebendige Traditionen, Bräuche und Handwerkstechniken, die das  Leben und die Gesellschaft überregional prägen, werden 2018 in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Das gab Kunstminister Dr. Ludwig Spaenle heute nach der Ministerratssitzung in München bekannt.

Die Friedenstafel auf dem Rathausplatz gehört zu den Feierlichkeiten des Augsburger Friedensfestes | Foto: Wolfgang Czech

„Mit ihrem Engagement und ihrem Enthusiasmus füllen die Menschen Traditionen und Bräuche mit Leben, geben sie an nachfolgende Generationen weiter und garantieren so den Erhalt unseres immateriellen Kulturerbes. Die Neuaufnahmen in das Bayerische Landesverzeichnis spiegeln dabei die vielfältige Bandbreite der immateriellen Schätze im Freistaat wider“, betonte der Minister.

Folgende neun Traditionen, Bräuche und Handwerkstechniken werden heute in das Bayerische Landesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen:

·         Agnes Bernauer Festspiele Straubing

·         Augsburger Friedensfest

·         Traditionelle Dörrobstherstellung und Baumfelderwirtschaft im Steigerwald

·         Drechslerhandwerk

·         Erhalt der Jurahäuser – traditionelle Baukultur im Altmühljura

·         Bäuerliche Gemeinschaftswälder im Steigerwald

·         Schafhaltung in Bayern

·         Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Land

·         Oberpfälzer Zoiglkultur

Die Neuaufnahme der folgenden drei kulturellen Ausdrucksformen aus der vorhergegangenen Bewerbungsrunde in das Landesverzeichnis wurde bereits Anfang 2018 bekannt gegeben:

·         Nürnberger Epitaphienkultur

·         Fürther Michaeliskirchweih

·         Wirken der Nürnberger Naturhistorischen Gesellschaft

„Gerade in Bayern genießen die Pflege und der Erhalt immaterieller kultureller Ausdrucksformen einen besonders hohen Stellenwert. Die Vielzahl an Bewerbungen um die Aufnahme in das Landes- und Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes zeigt, wie stark die vielfältigen Bräuche, Rituale, Feste und sonstigen Ausdrucksformen im Bewusstsein der Bevölkerung verankert sind“, so Minister Spaenle.

Für eine Aufnahme in das Bundesverzeichnis des immateriellen Kulturerbes steht dem Freistaat Bayern ein reguläres Kontingent von vier Nominierungen zu. Auf Anregung von Minister Spaenle hat der Ministerrat entschieden, die folgenden vier Traditionen und Bräuche vorzuschlagen:

·         Augsburger Friedensfest

·         Weihnachtsschützen im Berchtesgadener Land

·         Erhalt der Jurahäuser – traditionelle Baukultur im Altmühljura

·         Bäuerliche Gemeinschaftswälder im Steigerwald

Die Verzeichnisse auf Bundes- und Landesebene sind Teil der Umsetzung des UNESCO-Übereinkommens zur Erhaltung des immateriellen Kulturerbes, das 2013 in Deutschland in Kraft getreten ist. Fachexperten begleiten die Entscheidungsprozesse auf Bundes- und auf Landesebene. Eine Eintragung in das bundesweite Verzeichnis ist zudem Voraussetzung für eine internationale Nominierung.