Ein durchwachsenes Wochenende für den EV Füssen

Hinter dem EV Füssen liegt ein durchwachsenes Wochenende. Nach einer klaren Niederlage vor heimischem Publikum am Freitag konnte man am Sonntag gegen Schlusslicht Moosburg punkten.EV

EV Füssen – ESC Geretsried

Beim 1:5 (1:1, 0:1, 0:3) des EV Füssen gegen den ESC Geretsried sah man von Anfang an, für welche Mannschaft es um mehr ging. Die Gäste brauchten noch zwei Punkte, um die Zwischenrunde zu erreichen, und sicherten sich diese auch durch ihren Auswärtssieg. Der EVF legte seinen Fokus dagegen auf das DNL-Derby in Kaufbeuren, dieses wurde mit 5:2 gewonnen.

Durch die Abstellungen und verletzungsbedingten Ausfällte fehlten den Füssenern vor über 1000 Zuschauern mit Keller, Wiedemann, Schorer M., Platzer, Meier, Neuber, Schmid und Bühler gleich acht Spieler, so dass für zumindest drei Blöcke mit Sebastian Schlag (18) und Luca Schollenberger (17) zwei junge Spieler ihr Debüt im Seniorenbereich feiern durften.

Von Anfang an zeigten sich die Gäste wie erwartet hochmotiviert, und kamen auch zu den ersten Chancen. Nach einer Strafzeit war der EVF kaum wieder komplett, als Ondrej Horvath einen Abstauber zum 0:1 nutzte. Bei einem Konter über Oppenberger und Newhook unterlief Geretsried zwei Minuten später beinahe ein Eigentor, die erste Füssener Überzahl nutzte Ron Newhook dann zum Ausgleich. Insgesamt verlief der erste Abschnitt nicht nur dem Spielstand nach recht ausgeglichen.

Im zweiten bekamen die Füssener immer mehr spielerisches Übergewicht. Nadeau verpasste einen Abpraller nur knapp, bei einem Konter setzte Besl die Scheibe an den Pfosten. Ein 4 gegen 3 Überzahlspiel brachte weitere Möglichkeiten für die heimische Vertretung, aber keinen Treffer. Die „River Rats“ markierten dagegen kurz vor Drittelende das überraschende 1:2 durch May, als der EVF die Scheibe nicht konsequent klärte. In der 40. Minute lag der Ausgleich in der Luft, doch Kavanaghs Schuss landete am Pfosten, und Oppenberger konnte den Abpraller vor dem leeren Tor nicht kontrollieren.

Auch ins letzte Drittel startete der EVF dank Überzahl, davon eine halbe Minute lang 5 gegen 3, mit guten Chancen. Den Deckel drauf machten aber die Gäste nach knapp vier Minuten. Ondrej Horvath und Vladimir Zvonik sorgten für eine tschechische Co-Produktion und das 1:3. In der Folge gab es ein munteres Auf und Ab, beide Teams brachten aber bis in die Schlussminute nichts Zählbares zustande. Dann sorgte der bis dahin sehr gut leitende Schiedsrichter für Aufregung, als er innerhalb von 49 Sekunden 18 Strafminuten gegen den EVF aussprach. Nicht am Spielausgang, wohl aber am Endergebnis hatte die Regelauslegung Einfluss, Geretsried kam in doppelter Überzahl noch zu zwei leichten Treffern in der letzten halben Minute, und durfte den benötigten Sieg dank seines Auswärtscoups feiern. (MiL)

Trainer Ludwig Andrä (Geretsried): „Wir haben vor dem Spiel noch zwei Punkte für die Zwischenrunde benötigt. Dafür hatten wir drei Spiele Zeit, wollten den ersten Matchball aber heute bereits nutzen. Uns war klar, dass Füssen läuferisch und technisch stark ist, und haben uns darauf eingestellt. Im zweiten Drittel hatte der EVF viele Druckphasen, da hat uns Torhüter Albanese im Spiel gehalten. Im letzten gab es viele Strafzeiten, das hat uns in die Karten gespielt. Ob berechtigt oder nicht sei dahin gestellt, wenn der Schiedsrichter pfeift ist es halt so. Am Ende haben wir das Spiel 5:1 gewonnen, Gratulation an mein Team für die großartige Leistung heute.“

Trainer Thomas Zellhuber (Füssen): „Wir haben entschieden, heute unser DNL-Team beim Derby in Kaufbeuren zu stärken und die Spieler abzustellen. Dafür kamen zwei Jungs zu ihrem Debüt in der ersten Mannschaft und haben das für das erste Mal sehr gut gemacht. Unter der Woche haben wir hart trainiert, unser Fokus liegt bereits auf der Zwischenrunde. Trotzdem wollten wir heute natürlich gewinnen, sind aber für zwei schwere Fehler, als wir die Scheibe nicht aus dem Drittel beförderten, bestraft worden. Das ist auch gut so, dadurch haben wir hoffentlich wieder was gelernt. Am Ende sind die Emotionen hochgekocht, aber das ist Sport und sollte nicht überbewertet werden.“ (MiL)

Tore: 0:1 (3.) Horvath (Englbrecht), 1:1 (10.) Newhook (Kavanagh, Nadeau/5-4), 1:2 (39.) May (Köhler, Rizzo), 1:3 (44.) Zvonik (Horvath, Berger), 1:4 (60.) Hüsken (5-3), 1:5 (60.) Horvath (Berger/5-3).

Strafminuten Füssen 18 + 10 Simon, Geretsried 16.

Zuschauer 1021.

EV Moosburg – EV Füssen

Als klarer Favorit angetreten wurde der EVF seiner Rolle beim Schlusslicht EV Moosburg vollauf gerecht und entführte beim nie gefährdeten 7:2-Sieg (2:0, 3:0, 2:2) alle drei Punkte von der Isar an den Lech. Durch diesen Erfolg wurde für die Füssener vor dem abschließenden Hauptrundenspiel am kommenden Sonntag gegen Germering der sechste Tabellenplatz in der Endabrechnung sehr wahrscheinlich.

Bereits in der zweiten Spielminute brachte Marc Besl die Gäste in Führung, von Anfang an wurde viel Druck ausgeübt. Zwar kam in der Folge auch Moosburg zu einigen Chancen, die besseren hatten aber Schmid und Newhook. Als der EVF erstmals in Überzahl agierte, musste Benedikt Hötzinger bei einem Konter eine Fanghandparade auspacken. Das zweite Powerplay nutzte dann Sean Kavanagh am langen Torpfosten zum 0:2. Die Gastgeber wanderten kurz darauf zum dritten Mal auf die Strafbank, und hier war plötzlich völlig freie Bahn für Verteidiger Bühler zum Tor, er scheiterte aber. Kurz vor Drittelende hieß es wieder „Überzahl EVF“, und diesmal ließ sich Nikolas Oppenberger nicht lange bitten und erhöhte auf 0:3.

Das Mitteldrittel sah zunächst einen klar überlegenen EV Füssen, und wiederum wurde ein Powerplay ausgenutzt, diesmal traf Kapitän Eric Nadeau, nachdem er die ersten drei Tore noch vorbereitet hatte. Als Ron Newhook nach noch nicht einmal der Hälfte des Spiels das 0:5 markierte, drohte den Gastgebern ein Schützenfest der negativen Art. Doch die Füssener ließen ab der 34. Minute in der Intensität nach, was sich vor allem auf die Abwehrarbeit auswirkte. Plötzlich hatte Hötzinger alle Hände voll zu tun, zunächst machte er drei sehr gute Chancen der Heimmannschaft zunichte, dann wäre er geschlagen gewesen, aber der EVM-Stürmer zielte vorbei, im ersten Unterzahlspiel rettete der Innenpfosten für die Schwarz-Gelben, kurz darauf musste der Füssener Schlussmann nochmals eine Glanzparade auspacken. Zwischendurch scheiterte Oppenberger mit einem Unterzahlkonter nur knapp.

Den letzten Abschnitt begannen die Füssener wieder deutlich engagierter, und der Lohn war bereits nach gut zwei Minuten das 0:6 durch Florian Simon, der einen satten Schlagschuss versenkte. Moosburg blieb aber vereinzelt gefährlich und traf nach einem Konter zum zweiten Mal den Pfosten, konnte zudem den Abpraller trotz freier Schussbahn nicht verwerten, da Hötzinger Sieger blieb. Dem Spuk machte beim nächsten Angriff Sean Kavanagh ein Ende, der aus dem Rückraum zum 0:7 einschoss. In der 51. Minute gelang dann Daniel Möhle der schon lange verdiente erste Treffer der Heimmannschaft, dem aber gleich zwei Großchancen durch Besl und Simon folgten. Es trafen aber nur noch die Gastgeber, weil sie zum einen das einzige doppelte Überzahlspiel in der Partie zum 2:7 nutzten, zum anderen der EVF am Ende seine Überlegenheit durch zu wenig Zug zum Tor nicht in durchaus mögliche weitere Treffer ummünzte.

Fazit: Am Ende ein ungefährdeter und hochverdienter Auswärtserfolg des Eissportvereins, bei welchem beide Teams durchaus einige Tore mehr hätten machen können. Während Moosburg nun in die Abstiegsrunde muss, warten auf den EV Füssen in der Verzahnungsrunde neue Gegner. Sollte es beim sechsten Tabellenplatz bleiben, würde man auf die Oberligisten ECDC Memmingen und EHC Waldkraiburg sowie Dorfen und Landsberg treffen. Der fünfte Platz und damit die andere Gruppe der Zwischenrunde wäre noch möglich, wenn man Germeringen besiegt, und Erding zuhause gegen Schongau verliert. (MiL)

Tore: 0:1 (2.) Besl (Nadeau, Seider), 0:2 (10.) Kavanagh (Nadeau, Oppenberger/5-4), 0:3 (19.) Oppenberger (Newhook, Nadeau/5-4), 0:4 (24.) Nadeau (Newhook, Oppenberger/5-4), 0:5 (28.) Newhook (Besl, Oppenberger), 0:6 (43.) Simon (Böck, Seider), 0:7 (45.) Kavanagh (Oppenberger, Besl), 1:7 (51.) Möhle (Killermann, Hanöffner), 2:7 (55.) Killermann (Hanöffner, Krämmer/5-3).

Strafminuten Moosburg 10, Füssen 6.

Zuschauer 203.