Evangelischer Regionalbischof Piper fordert Christen auf für mehr Gerechtigkeit zu sorgen

Der evangelische Regionalbischof für den Kirchenkreis Augsburg und Schwaben Axel Piper hat es als Christenpflicht bezeichnet, für mehr Gerechtigkeit zu sorgen. „Das eint uns als Christinnen und Christen aller Konfessionen“, betonte der Regionalbischof heute beim ökumenischen Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Augsburger Dom.

Regionalbischof Axel Piper predigt das erste Mal zur Gebetswoche für die Einheit der Christen im Augsburger Dom|Foto: Nicolas Schnall_pba

Bischof Dr. Konrad Zdarsa, der dem Gottesdienst vorstand, begrüßte den jüngst in sein Amt eingeführten Regionalbischof Piper, Prälat Dr. Bertram Meier, Bischofsvikar für Ökumene und interreligiösen Dialog, die evangelische Stadtdekanin Susanne Kasch und die versammelten Gläubigen: „In guter Gewohnheit versammeln wir uns im Gebet für die Einheit.“ Wir seien stellvertretend da für alle Christen in unserer Stadt und in unserem Land, so Bischof Konrad. Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst vom Domchor unter der Leitung von Domkapellmeister Reinhard Kammler.

Der Regionalbischof verwies in seiner Predigt darauf, es sei Aufgabe für alle Christen, der Gerechtigkeit „nachzujagen“, unabhängig von der jeweiligen Konfession. Diese Aufforderung habe nichts mit Zwang, Verbitterung, Verbiesterung und geistloser Radikalität zu tun, sondern mit Fröhlichkeit, Freude, Herzblut und innerer Überzeugung, so Piper. Es gehe darum, dass Jesus Christus in den Herzen der Menschen wohne und Christen sich dessen bewusst sein sollten. „Aus diesen Herzen entstehen dann die Regeln, die bestimmen, was gerecht ist und welche konkrete Vorstellung von Gerechtigkeit es notwendig macht, ihr nachzujagen“, so Regionalbischof Piper.

Konkret machte er seine Worte am Beispiel von ehrenamtlichen Tafel-Mitarbeitern, die er an seiner früheren Wirkungsstätte in Weilheim erlebte. Sie engagierten sich, aus „Freude daran, für ein bisschen mehr Gerechtigkeit unter uns sorgen zu können.“ Und weil sie es für ungerecht hielten, dass es in einem so reichen Land Menschen gibt, die kaum wüssten, wie sie den Monat überstehen. „Armut kennt keine Konfessionsgrenzen und Gerechtigkeit ebenso wenig“, würdigte er dieses sozial-karitative Engagement exemplarisch.