FW- Neujahrsempfang | Weihbischof Wörner wünscht sich engeren Dialog von Politik und Kirche

Aus allen Nähten platzte der „Fuchsbau“ des Landratsamtes Augsburg am vergangenen Sonntag beim diesjährigen Neujahrsempfang der Freie Wähler Kreistagfraktion rund um ihren Fraktionsvorsitzenden MdL Dr. Fabian Mehring. „Dass diese Veranstaltung mittlerweile jedes Jahr so gut auch über Partei- und Landkreisgrenzen hinweg besucht ist, zeigt, welch engagierte Arbeit ihr hier im Augsburger Land leistet“, wird Mehring von Bürgermeistern und Kreisräten aus den Nachbarlandkreisen gelobt noch ehe der erste Ton gesprochen wurde.

v.l.: MdL Johann Häusler, Claudia Schuster, Weihbischof Florian Wörner und MdL Dr. Fabian Mehring Foto: Franziska Hochmair

 

Überhaupt wurden an diesem Abend viele positive Töne angeschlagen. MdL Johann Häusler, seines Zeichens Ehrenvorsitzender der Freien Wähler im Landkreis Augsburg und stellvertretender Fraktionsvorsitzender der FW Landtagsfraktion, begrüßte die Gäste. Als FW Original seit Jahrzehnten bekannt, freue ihn besonders, dass die Freien Wähler im Landkreis Augsburg seit den vergangenen Landtags- und Bezirkstagswahlen die maßgebliche politische Kraft in der Region seien. „Unser unermüdlicher Einsatz für unsere gemeinsame Sache, angetrieben von unserem Kreisvorsitzenden Dr. Markus Brem, trägt nun Früchte. Mit zwei Landtagsabgeordneten und einem Bezirksrat sind wir Freien Wähler hier äußerst stark aufgestellt und können viel für unsere Heimat bewegen“, so Häusler. Er berichtete aus der parlamentarischen Arbeit der Parteifreien im Landtag und dem Koalitionsgeschehen mit der CSU. Dass diese Zusammenarbeit bei vielen verschiedenen Meinungen bisher reibungslos funktioniere, daran hätte Mehring als parlamentarischer Geschäftsführer der FW Landtagsfraktion einen maßgeblichen Anteil. „Fabians jüngste Parlamentsrede hat beim Ministerpräsidenten mächtig Eindruck hinterlassen“, plauderte Häusler aus dem Nähkästchen.

In seiner Neujahrsansprache nutzte Mehring, mit 29 Jahren der jüngste Abgeordnete der FW Landtagsfraktion, die Gelegenheit, um seine Zuhörer zum Diskutieren und Anpacken zu motivieren. Er verglich den Staat mit dem Immunsystem des Menschen, der diesen vor schädlichen äußeren Einflüssen schützt. Ähnlich dem biologischen Abwehrsystem bestünde auch der Staat aus einem komplexen Geflecht an Einflüssen, wobei statt Organen eben Politik, Gesellschaft, Ehrenamt und Demokratie die Basis für ein funktionierendes Miteinander seien. „Lassen Sie uns im neuen Jahr das Vitamin C für dieses Immunsystem Staat sein. Lassen Sie und nicht als Wutbürger agieren, die alles Schlechtreden, sondern Mutbürger sein, die anpacken und die Zukunft unserer Heimat gestaltend in die Hand nehmen“, so Mehrings Aufruf an die etwa 200 Gäste.

FW Fraktionsvorsitzender MdL Dr. Fabian Mehring Foto: Franziska Hochmair

Im Mittelpunkt des Abends stand die anschließende Festrede von Weihbischof Florian Wörner, zu dem Mehring seit einem gemeinsamen Auftritt im Kloster Roggenburg einen engen Draht pflegt. Diese Gelegenheit nutzte der Kirchenmann, um die Vorzüge eines bürgerlichen und werteorientierten Politikstils, wie ihn in den Augen Wörners CSU und Freie Wähler gleichsam pflegen würden, herauszuarbeiten. Dabei sprach der Weihbischof auch kritische Themen wie den Schutz ungeborenen Lebens und die Herausforderungen der Migration an und verwies auf die Rolle der Familie als Keimzelle der Gesellschaft. Über derlei nachdenkliche Worte hinaus erreichte der Festredner sein Publikum aber auch über allerlei amüsante Pointen, wenn er etwa erklärte, weshalb Ochs und Esel in keiner Krippe fehlen dürften. Zum Abschluss seiner Festrede bot Wörner den Freien Wählern einen engen Dialog zwischen Kirche und Politik in der Region an. Ein Angebot zum Schulterschluss, das Dr. Mehring im Namen seiner Parteifreunde gerne annahm – nicht ohne seinerseits mehr Einmischung des Klerus in die öffentliche Debatte einzufordern.