Hardt: Nato trotz Trump stabiler als vor zwei Jahren

CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hat US-Präsident Donald Trump einen „konfrontativen“ und „disruptiven Stil“ beim Nato-Gipfel in Brüssel vorgeworfen. „Die Äußerungen entsprechen dem disruptiven Stil des Präsidenten, den er leider auch in internationalen Fragen an den Tag legt“, sagte der außenpolitische Sprecher der Unions-Fraktion im Bundestag der „Welt“ (Freitagausgabe). „Sie sind allerdings in erster Linie dem heimischen Publikum gewidmet, dem Trump sich als kämpferischer Präsident und Wahrer amerikanischer Interessen präsentieren will.“

Hubschrauber der US-Army, über dts Nachrichtenagentur

Gleichwohl sei das Nato-Bündnis in den vergangenen Jahren „stabiler“ geworden, so Hardt. Trumps „persönliche Bemerkungen bei der Pressekonferenz“ hätten gezeigt, dass „das Bündnis stabil ist und besser aufgestellt ist als vor zwei, drei Jahren. Das ist aber nicht in erster Linie den starken Worten des Präsidenten zu verdanken, sondern verschiedenen Entscheidungen der Nato-Mitglieder. Dazu gehört auch, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen.“

Hardt hob hervor, „dass im amerikanischen Senat die Demokraten und viele führende Republikaner den konfrontativen Stil des Präsidenten gegenüber den Verbündeten kritisieren und ablehnen. Auftritte wie in Brüssel irritieren auch die engsten Anhänger Trumps.“ Trump hatte zuvor hinter verschlossenen Türen mit einem Alleingang der USA in Verteidigungsfragen gedroht.

Wenn die Bündnispartner nicht sofort zwei Prozent ihres Bruttoinlandsprodukts für Verteidigung ausgäben, würden die US-Amerikaner ihr eigenes Ding machen, sagte Trump dabei nach Angaben von Diplomaten. Nach Trumps Äußerungen waren die 29 Bündnispartner zu einer Sondersitzung zusammengekommen. Trump sprach danach von „enormem Fortschritt“ und von Zusagen einer schnelleren Erhöhung der Militärausgaben.