Kruzi? Oder Türken?- Der Orient in Augsburg!

orient in augsburg_1 - KopieJeder kennt die derzeitigen Debatten rund um das Thema Migration. Fast niemand weiß, dass internationale Kontakte bereits bis in die Antike zurückzuführen sind. Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Historisches Stadtkolloquium“ des Instituts der Europäischen Kulturgeschichte (IEK) fand am gestrigen Mittwoch zum zweiten Mal, initiiert durch Projektleiter Prof. Dr. Wolfgang E. J. Weber, ein Vortrag zum Thema „Orient in Augsburg“ statt. Tatsächlich bestehen Zusammenhänge zwischen Augsburg und dem Orient!

Was die Augsburger damals eigentlich über den Orient dachten? Versuche zur Aufklärung dieser Frage lassen sich in konkreten zeitgenössischen Quellen wiederfinden.

Zu diesem Zweck widmet sich Prof. Dr. Klaus Wolf, „Professur für deutsche Sprache und Literatur des Mittelalters und der Frühen Neuzeit mit dem Schwerpunkt Bayern“ der Universität Augsburg, am Vortragsabend gemeinsam mit seinem Publikum der frühneuzeitlichen schwäbischen Literatur.

orient in augsburg_2 - KopieDabei stellt sich wohl der Brief „Epistola ad Mahumetem“ als eines der bedeutendsten Schriftstücke heraus: der Versuch von Papst Pius II. alias „Piccolomini“, Sultan Mehmet II., welcher auf die Eroberung Konstantinopels 1453 zurückzuführen ist, zum Christentum zu bekehren. Der aus Konstanz stammende Michael Christan und Übersetzer dieses Briefes möchte sein Manuskript in keiner anderen als in unserer Fuggerstadt „Ougspurg“ drucken lassen. Und das aus einem besonderen Grund: Augsburg stellt zur Zeit des Humanismus partout das Zentrum für Buchdruck und Literatur, auch Wirtschaft und Handel, dar.

Auch Schiltberger- bekannt durch seine Inkunabeln, stammt „aus der Stadt München gelegen in Bayern“, somit ebenso aus der Bayerisch-Schwäbischen Region. Dank seiner Verbindung der ursprünglichen Konsonantenschrift mit Vokalen gilt er als Quelle des Altosmanischen.

Wer in Zukunft durch den Wittelsbacher Park spaziert, schon einmal von den Habsburgern gehört oder möglicherweise das Peutinger Gymnasium besucht hat, weiß nun, dass ferner jene Namen in Bezug auf Augsburg und die Türkenproblematik nicht irrelevant sind.

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