KUKA passt die Prognose für das abgelaufene Geschäftsjahr 2018 an: Das Unternehmen geht von einem Umsatz von rund 3,2 Mrd. Euro und einer Gewinnmarge von  3,0 Prozent aus. Bereits im Oktober 2018 hatte KUKA die ursprüngliche Prognose gesenkt und war von einem Umsatz von rund 3,3 Mrd. Euro und einer EBIT-Marge von rund 4,5 Prozent ausgegangen. Angesichts dieser Entwicklung hält der Vorstand es nicht mehr für realistisch, die im Jahr 2015 formulierten Ziele 2020 zu erreichen. Diese sahen einen Umsatz zwischen 4 und 4,5 Milliarden Euro und eine EBIT-Zielmarge von mehr als 7,5 Prozent vor. 

Diese Entwicklung ist laut KUKA im Wesentlichen auf folgende Faktoren zurückzuführen: Die verstärkt spürbare allgemeine Konjunkturabkühlung seit dem vierten Quartal 2018, die sich auf zwei wichtige Geschäftsfelder auswirkt: die Elektronikindustrie sowie den Automobilsektor, mit dem KUKA die Hälfte des Umsatzes erwirtschaftet. Hinzu kommt das verlangsamte Wachstum in China, einem der wichtigsten Robotikmärkte. Dort sind die Wachstumsraten aktuell so gering wie seit der Finanzkrise nicht mehr. Ferner gab es unvorhersehbare negative Einflüsse im Projektgeschäft.

 

„Bis 2023 garantiert die Investorenvereinbarung mit Midea die Eigenständigkeit von KUKA. Langfristig sichert uns jedoch vor allem unsere Performance. Um diese zu stärken, handeln wir frühzeitig. Das ist auch im Interesse unserer Kunden und unserer Mitarbeiter weltweit“, erläutert KUKA CEO Peter Mohnen. „An unseren laufenden Investitionen halten wir fest, weil diese die Basis unserer Innovationskraft sind, auf die unsere Kunden vertrauen. Wir investieren zwischen 2018 und 2020 über 500 Millionen Euro – mehr als je zuvor.“

 

Um das Unternehmen langfristig zukunftsfähig aufzustellen und auf einen nachhaltig profitablen Wachstumskurs zu führen, hat der KUKA Vorstand ein umfassendes Sofortpaket mit vier Schlüsselfeldern verabschiedet: ein Effizienzprogramm mit Schwerpunkten auf den indirekten Bereichen wie etwa Verwaltung, Einkauf, Vertrieb und im Projektmanagement, eine deutsch-chinesische Taskforce als Treiber für die chinesischen Joint Ventures sowie die Entwicklung spezifischer Produkte für den asiatischen Markt, eine Fokussierung der Investitionen in Forschung & Entwicklung (F&E) mit kürzeren Entwicklungszyklen sowie eine kundenfokussiertere und weniger zentrale Organisationsstruktur.

Mit dem starken Wachstum von KUKA in den letzten Jahren – von 900 Millionen auf 3,5 Milliarden Euro Umsatz seit 2009 – sind nach Angaben des Unternehmens auch die Kosten deutlich gestiegen und teilweise Ineffizienzen entstanden. Daher will KUKA jetzt ein Effizienzprogramm aufsetzen, das bis 2021 insgesamt Einsparungen von über 300 Millionen Euro erbringen soll. Ein substanzieller Teil dieser Einsparungen soll schon 2019 erzielt werden. Treiber liegen unter anderem in Verwaltung, Vertrieb, Einkauf und Projektmanagement. Das Effizienzprogramm wird auch Personalmaßnahmen umfassen. Details dazu waren allerdings noch nicht zu erfahren. Allerdings wurde von Midea in der Investorenvereinbarung eine Jobgarantie bis 2023 gegeben. In einem ersten Schritt könnten deshalb unter Umständen frei werdenden Stellen nicht mehr nachbesetzt werden, Vorruhestandsregelungen getroffen und Mitarbeiter von Leiharbeitsfirmen unter den Sparmaßnahmen leiden.

„Die Konjunktur haben wir nicht in der Hand“, so Peter Mohnen, „aber wichtige interne Stellschrauben können wir drehen. Genau das tun wir mit unserem Sofortpaket. Wir bauen auf unseren Stärken auf und arbeiten konsequent an unseren Schwächen: Dabei stellen wir unsere Kunden in den Mittelpunkt, sparen wo es nötig ist, und investieren gleichzeitig in unsere Innovationsfähigkeit.“

(pm/pa)