Mehr als 25 Jahre nach der Tat – Augsburger Landgericht macht mutmaßlichem Prostituiertenmörder den Prozess

Am Nikolaustag um 9 Uhr geht es los. Dann wird die 8. Strafkammer des Landgerichts Augsburg im Schwurgerichtssaal im Strafjustizzentrum  den Fall einer im Jahre 1993 in Augsburg getöteten Prostituierten verhandeln. Den Vorsitz führt die Vorsitzende Richterin Susanne Riedel-Mitterwieser.

Foto: Wolfgang Czech

Die Kammer hat die Anklage zur Hauptverhandlung zugelassen und vorerst einunddreissig Verhandlungstage bis Ende April 2019 festgesetzt. Die große Anzahl der Verhandlungstage ergibt sich daraus, dass die Kammer eine Vielzahl von Beweisen bewerten muss. Unter anderem ist die Ladung von drei Sachverständigen und 124 Zeugen vorgesehen.

Der Mann soll 1993 die Prostituierte Angelika B. auf dem Straßenstrich in Augsburg angesprochen und mitgenommen haben. Am 25. September wurde die die Prostituierte erschlagen in einem Straßengraben in Gessertshausen von einem Spaziergänger entdeckt. Neben der Leiche der 36-Jährige wurde ein ein 20 Zentimeter langer hölzener Möbelfuß aufgefunden. Wohl das Tatwerkzeug.

Dem 50jährigen Angeklagten wird neben dem Mord vorgeworfen, im Jahr 2017 eine Frau aus seinem privaten Umfeld vergewaltigt zu haben.

Dem Angeklagten droht im Falle einer Verurteilung lebenslange Freiheitsstrafe.