Schaben und Kot in Großbäckereien gefunden – auch Landbäckerei Ihle betroffen

Deutschlands Verbraucher erfahren in der Regel nichts von ekelerregenden Zuständen in Lebensmittelbetrieben – trotz eines entsprechenden Gesetzes. Wie eine Stichprobe von acht bayerischen Großbäckereien zeigt, wurde die Öffentlichkeit selbst über eingebackene Schaben, Metallspäne und Kot, aber auch Schimmel und Dreck in den Backstuben nicht informiert. Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch hatte sich die Kontrollberichte der Bäckereien erstritten.

Brot und Brötchen, über dts Nachrichtenagentur
Foto: Brot und Brötchen, über dts Nachrichtenagentur

Die „Süddeutsche Zeitung“ und das ARD-Politmagazin „Report München“ haben die Dokumente eingesehen, nach eigenen Angaben unabhängig überprüft und bei den Behörden zusätzliche Informationen angefordert. „Lebensmittelkontrollen werden aus Steuergeldern finanziert, der Steuerzahler erfährt aber nicht, was dabei herauskommt“, sagte Foodwatch-Experte Johannes Heeg der SZ. „Aus unserer Sicht hat der Verbraucher ein Recht auf die Ergebnisse, damit er dann selbst entscheiden kann, ob er in einem Betrieb weiter einkaufen will oder eben nicht.“

Bei allen acht Großbäckereien, zu denen sich Foodwatch die Unterlagen erstritten hat, gab es Beanstandungen. So wurden in einer der zehn größten Bäckereien Deutschlands, der Landbäckerei Ihle aus Friedbergallerhand Fremdkörper gefunden: Etwa ein 20 Zentimeter langer Plastikstreifen, „vermutlich“ Klebeband, hieß es dazu im Untersuchungsbericht. Im Juni 2014 fanden die Prüfer Käfer, Mäusekot, und einen Schabenbefall. Bei Nachkontrollen sammelten sich Schaben und Käfer im sogenannten Krapfengärtunnel. Außerdem fanden die Kontrolleure im Kühlhaus „schwärzliche Flecken, vermutlich Schimmel“.

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