Schlüsselübergabe erfolgt | Das Klinikum Augsburg ist jetzt offiziell Universitätsklinik

Staatsminister Bernd Sibler nimmt für den Freistaat die Schlüssel des Klinikums Augsburg entgegen – Klinikum Augsburg ist nun das sechste Universitätsklinikum in Bayern.

Minister Sibler hat den Schlüssel übernommen | Foto: Wolfgang Czech

 

Bayern hat ein neues Universitätsklinikum: Wissenschaftsminister Bernd Sibler übernahm gestern für den Freistaat Bayern symbolisch von Oberbürgermeister Dr. Kurt Gribl und Landrat Martin Sailer die Schlüssel für das bisher kommunale Klinikum Augsburg.

Im Rahmen des Festaktes in Augsburg bezeichnete Sibler die Errichtung eines weiteren Universitätsklinikums in staatlicher Trägerschaft als „Meilenstein nicht nur für die gesamte Region Augsburg, sondern für den Wissenschafts- und Medizinstandort Bayern insgesamt“. Die kommunalen Vertreter Dr. Gribl und Sailer, die sich um die Überführung des Klinikums in ein Universitätsklinikum bemüht hatten, freuten sich über diesen Schritt. Dieser Erfolg sei das Ergebnis der Anstrengungen aller Beteiligten, von den Mitarbeitern bis zu den Vertretern der Politik, so Oberbürgermeister Gribl: „Mit dem Universitätsklinikum haben wir die medizinische Spitzenversorgung für die Region dauerhaft gesichert.“ Landrat Sailer ergänzte: „Wir legen das Schicksal des Klinikums, seiner Mitarbeiter und Patienten nun vertrauensvoll in die Hände des Freistaats.“

Das Universitätsklinikum Augsburg ist nach den Einrichtungen in München (zwei), in Würzburg, Erlangen und Regensburg die sechste Uniklinik des Freistaates und das zweitgrößte Universitätsklinikum in Bayern. Rund eine Milliarde Euro investiert der Freistaat in die Universitätsmedizin Augsburg.

Krankenversorgung und Mediziner-Ausbildung

„Wir erleben heute den Aufbruch in eine neue Ära“, betonte Wissenschaftsminister Sibler: „Nach einer beeindruckenden Entwicklung in den vergangenen Jahren können wir hier bei der universitären Forschung und Lehre und mittelfristig auch bei der Krankenversorgung neue Wege beschreiten. So werden wir zum Beispiel den ersten Modellstudiengang im Bereich der Medizin in Bayern etablieren und bereits zum kommenden Wintersemester die ersten 84 Medizin-Studentinnen und -Studenten hier in Augsburg begrüßen!“ Im Endausbau sollen es dann rund 1.500 Studentinnen und Studenten an der Medizinischen Fakultät in Augsburg sein. „Damit sorgen wir für einen kraftvollen Ausbau der Medizinstudienplätze in Bayern!“, so der Wissenschaftsminister. Der Freistaat ermögliche so noch mehr jungen Menschen eine medizinische Ausbildung.

Prof. Dr. Sabine Doering-Manteuffel | Foto: Wolfgang Czech

Die Präsidentin der Universität Augsburg

bezeichnete den vollzogenen Übergang in staatliche Trägerschaft, den die Universität durch die Errichtung der Medizinischen Fakultät im Dezember 2016 möglich gemacht habe, als „einen weiteren entscheidenden Schritt im bislang sehr rasch und erfolgreich verlaufenen Prozess des Auf- und Ausbaus der Augsburger Universitätsmedizin“: „Er verschafft unserer Medizinischen Fakultät mit dem Universitätsklinikum Augsburg auch offiziell und institutionell jenen starken Partner, mit dem wir seit mehreren Jahren bereits sehr intensiv und erfolgreich für ein gemeinsames Ziel zusammenarbeiten.“ Dieses Ziel umfasse zum einen den Anspruch, die optimale medizinische Versorgung der Bevölkerung in der Region zukunftsfähig zu gewährleisten. „Dieses Ziel weist über diesen Anspruch aber weit hinaus“, so Prof. Dr. Doering-Manteuffel: „Es geht darum, Augsburg und seine Universität – dem von uns gemeinsam mit dem bayerischen Wissenschaftsministerium entwickelten und vom Wissenschaftsrat als zukunftsweisend gewürdigten Konzept entsprechend – zum sechsten Standort für universitäre Spitzenmedizin in Bayern zu machen, und zwar zu einem Standort, der das Zeug dazu hat, sowohl in der medizinischen Forschung als auch mit einer aktuelle Herausforderungen aufgreifenden Ausbildung von Ärztinnen und Ärzten nicht nur national, sondern auch international ’sichtbar‘ zu werden.“

Konzept überzeugte den Wissenschaftsrat

Prof. Michael Beyer betont, dass die Hauptaufgabe weiter die Versorgung von Kranken bleibt | Foto: Wolfgang Czech