Spur führte nach Neu-Ulm – Polizei kann Fälschergruppe festnehmen

Nach erfolgreichen Ermittlungen des Polizeipräsidiums Stuttgart und des Bayerischen Landeskriminalamtes konnte nun eine Falschgeldserie beendet werden.

Foto: LKA

Am 13.03.2018 versuchte ein 19-Jähriger gegen 20.00 Uhr in einem Stuttgarter Bekleidungsgeschäft mit einer falschen 50-Euro Note einzukaufen. Die aufmerksame Kassiererin bemerkte dies aber und verständigte die Polizei. Damit kamen umfangreiche Ermittlungen ins Rollen, die schließlich zu sechs Tatverdächtigen führten, denen vorgeworfen wird, Falschgeld selbst hergestellt und verbreitet zu haben.

Bei der körperlichen Durchsuchung fanden die Stuttgarter Polizisten in der Unterhose des 19-Jährigen weitere sechs falsche 50er. Der 19-Jährige war zu diesem Zeitpunkt zusammen mit vier weiteren Männern in Stuttgart und hielt sich dort in einem Hotel auf.

Als die Polizeibeamten drei Männer der Gruppe im Alter zwischen 18 und 23 Jahren am Hotel antrafen, kam der letzte, ein weiterer 19-Jähriger hinzu. Er hatte weitere 77 Stück der falschen 50 Euro Noten bei sich.

Außerdem hatte der im Geschäft festgenommene 19-Jährige auch noch eine Karte eines Hotels in Ulm dabei. Auch hier wurde die Polizei fündig. 29 falsche 50 Euro Scheine und ca. 250 g Marihuana konnten sichergestellt werden. Selbst zur Bezahlung dieses Hotelzimmers benutzte der 19-Jährige Falschgeld, das im Hotel sichergestellt wurde.

Jetzt begannen die Ermittlungen über Herkunft und mögliche weitere Täter sowie über mögliche weitere Verausgabungen von Falschgeld vor der Festnahme.

Bei diesen weiterführenden Ermittlungen stellte sich heraus, dass einzelne Personen aus der Gruppe bereits wenige Tage vorher in Ulm und auf dem Weg von Ulm nach Stuttgart mit Falschgeld bezahlt hatten.

Die Spur führte nach Neu-Ulm

Durch die Stuttgarter Ermittler wurde im Verlaufe der nächsten Tage bei der noch zuständigen Staatsanwaltschaft Stuttgart Durchsuchungsbeschlüsse bei diesen Verdächtigen und einem weiteren bereits ermittelten Tatverdächtigen beantragt.

Diese Durchsuchungen in Neu-Ulm fanden am Dienstag, 10.04.2018 durch Kräfte des Polizeipräsidiums Stuttgart, des Bayerischen Landeskriminalamtes und der Polizeiinspektion Neu-Ulm statt.

Dabei konnten in einer Wohnung in Neu-Ulm, die von einem 18-Jährigen, der schon in Stuttgart im Hotel dabei war, bewohnt wurde, insgesamt drei Drucker, diverse Speichermedien und zahlreiche Papierabschnitte aus der Falschgeldproduktion sichergestellt werden.

In einer weiteren Wohnung in Neu-Ulm, die ein 20-jähriger bewohnte, fanden die die Ermittler neben acht falschen 50-Euro Noten auch noch weiteres Rauschgift.

Foto: LKA

Aufgrund örtlicher Zuständigkeit wurden die Ermittlungen zur Geldfälschung dem Bayerischen Landeskriminalamt übertragen, das zusammen mit der Staatsanwaltschaft Memmingen nun das weitere Verfahren führt. Verausgabungen dieser 50-Euro Fälschung wurden bereits in Neu-Ulm und auch an anderen bayerischen und badenwürttembergischen Orten festgestellt.

Ein bemerkenswerter Zwischenfall ereignete sich noch vor den Durchsuchungsmaßnahmen. Wenige Tage davor fand ein 42-jähriger Mann, der mit einem Ruderboot auf der Donau bei Blaubeuren unterwegs war, einen Rucksack, der im Wasser trieb. Im Ruderclub geöffnet, fanden er und seine Vereinskollegen darin dann eine größere Menge Falschgeld, insgesamt 18 Scheine, und noch nicht zurechtgeschnittene Ausdrucke. Die auch noch aufgefunden privaten Unterlagen lassen den dringenden Schluss zu, dass dieser Rucksack den 18-Jährigen aus Neu-Ulm gehört.

Alle Tatverdächtigen wurden nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen bzw. unter Auflagen wieder aus dem Gewahrsam entlassen, die umfangreichen Ermittlungen dauern an.