Stadt Augsburg soll ehemaliges KZ-Außenlager „Halle 116“ kaufen

Die Grüne Stadtratsfraktion fordert, dass die Stadt Augsburg in Verhandlungen über den Kauf des ehemaligen KZ-Außenlagers „Halle 116“ im Sheridan-Park tritt.

Die „Halle 116“, während der NS-Zeit ein KZ-Außenlager für Zwangsarbeiter ist als Notquartier für Asylsuchende im Gespräch. | Foto: Dominik Mesch

Die Grüne Stadtratsfraktion fordert, dass die Stadt Augsburg in Verhandlungen über den Kauf des Gebäudes 116 im Sheridan-Park tritt. Die besten Voraussetzungen für die Realisierung eines Denkorts bestehen laut des kleinen Partners in der Rathauskoalition, wenn die Stadt selbst Eigentümerin der Halle und des Grundstücks ist und selbst entscheiden kann wie die Hallenfläche genutzt und gegebenenfalls aufgeteilt wird. Verena von Mutius, kulturpolitische Sprecherin: „In Augsburg gibt es nach so vielen Jahren immer noch keinen Ort, der die Verbrechen der NS-Zeit darstellt und darüber aufklärt. Die Halle 116 auf dem Sheridan-Gelände war ein KZ-Außenlager von Dachau, weshalb der Umgang mit dem Gebäude entsprechend sensibel sein muss. Aus unserer Sicht sollte versucht werden ein Nutzungskonzept für die gesamte Halle zu erstellen. Wir wollen, dass die Stadt die Halle 116 im Ganzen kauft, sie wieder gesamt zur Gemeinbedarfsfläche macht und ein entsprechendes Nutzungskonzept auf der Grundlage der Denkort-Konzeption von Professor Gassert erarbeitet wird. Dabei können wir uns als andere sensible Nutzungen neben dem Denkort z.B. ein Kultur- und Bildungszentrum oder städtische Bildungseinrichtungen vorstellen. Wir fordern weiterhin, dass über mögliche weitere Nutzungen ein öffentlicher Diskurs geführt wird.“

Weiterhin fordert die Grüne Stadtratsfraktion, dass bis zur Realisierung des Denkorts die Halle 116 offen für Ausstellungen von Initiativen ist und sich städtische Einrichtungen wie z.B. das Stadtarchiv dort aktiv in temporäre Projekte einbringen können. Weiterhin fordern wir, dass auch Zwischennutzungen durch Kultur- und Kreativschaffende geprüft werden.

Stephanie Schuhknecht, stellv. Fraktionsvorsitzende: „Kreativschaffende sind immer auf der Suche nach neuen Räumen und die Zwischennutzung hätte gleichzeitig den Vorteil, dass die Halle nicht leer steht und schon mit Leben gefüllt wird. Aus unserer Sicht muss auch eine erste Abfrage erfolgen, welche Fördermöglichkeiten zur Realisierung des Denkorts zur Verfügung stehen und entsprechende Anträge müssen gestellt werden. Auch wenn der Denkort kein Museum im eigentlich Sinn sein wird, sollte dieses Projekt bei der gerade laufenden Ausarbeitung des Museumsentwicklungskonzepts mit betrachtet und die Ideen der Bürgerinnen und Bürger mit einbezogen werden.“