Der Gesellschafter der insolventen Gersthofer Backbetriebe GmbH, die Serafin Unternehmensgruppe hat nun eine finanzielle Unterstützung für alle Mitarbeiter des Unternehmens bereitgestellt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der ebenfalls insolventen Lechbäck-Filialkette profitieren davon aktuell nicht.

Die Serafin Unternehmensgruppe, Gesellschafter der Gersthofer Backbetriebe GmbH, hat eine freiwillige finanzielle Unterstützung für alle Mitarbeiter des Unternehmens beschlossen. Eine solche Unterstützung durch den Gesellschafter stellt im Falle von Insolvenzen eher die Ausnahme dar. Insgesamt wird der Gesellschafter einen Geldbetrag in Höhe von über 1,5 Millionen Euro für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Verfügung stellen. Serafin wird das Geld auf Treuhandkonten überweisen.

„Da die Sozialplanverhandlungen von der Gewerkschaft NGG blockiert werden, hat sich Serafin entschlossen zu handeln. Die Unternehmensgruppe ist sich ihrer Verantwortung bewusst und hat in Abstimmung mit dem Insolvenzverwalter eine schnelle und unbürokratische Lösung erarbeitet, damit die Beschäftigten kurzfristig Geld erhalten werden.“ so, die Serafin Unternehmensgruppe in einer Erklärung

Die Lösung sieht vor, dass mit einem Teil des Geldes das ausstehende Weihnachtsgeld sowie der von den Backbetrieben geschuldete Dezember-Lohn kurzfristig ausgezahlt werden kann.

Der restliche Betrag von rund 1 Million Euro steht für weitere Zahlungen an Arbeitnehmer, die mit dem Betriebsrat noch zu definieren sind, zur Verfügung. Die Verteilung wird in Abstimmung mit der Agentur für Arbeit und dem Betriebsrat festgelegt. Das Geld wird von einem Treuhänder ausgezahlt, sobald die Verhandlungen zwischen Insolvenzverwalter und Betriebsrat hinsichtlich eines Sozialplans abgeschlossen sind.

Diese Regelung kommt allen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Gersthofer Backbetriebe GmbH zugute. Für die Mitarbeiterinnen der Tochter „Lechbäck“ wird zu gegebenem Zeitpunkt eine separate Lösung erarbeitet, da diese aktuell noch ihre Löhne für drei Monate aus dem Insolvenzgeld erhalten.

„Die Serafin Unternehmensgruppe bedauert die Stilllegung der Bäckerei sehr. In den vergangenen drei Monaten haben die Mitarbeiter ihre Löhne bereits aus dem Insolvenzgeld erhalten. Trotz dieser Entlastung hat die Bäckerei aufgrund des rapiden Umsatzrückgangs auch in dieser Zeit erhebliche Verluste erwirtschaftet.Die verbreitete Behauptung, dass in dieser Zeit finanzielle Reserven durch das Insolvenzgeld geschaffen werden konnten, ist falsch. Das operative Geschäft konnte auch in dieser Zeit nur durch die Bereitstellung von zusätzlichen Finanzmitteln des Gesellschafters aufrechterhalten werden. Zudem floss das Insolvenzgeld direkt an die Mitarbeiter und nicht etwa an die Serafin. Einsparungen erfolgten nicht auf Ebene der Serafin Unternehmensgruppe, sondern auf Ebene der Gersthofer Backbetriebe und etwaige verbleibende Finanzmittel wären Teil der Insolvenzmasse.“, heißt es in der Erklärung weiter

„Der Umsatzverlust durch den ungebrochenen Trend hin zu Tiefkühlware konnte trotz aller Bemühungen und der Neukundengewinnung im Vertrieb letztlich nicht kompensiert werden. Die Geschäftsleitung hat alle möglichen Maßnahmen umgesetzt, konnte sich jedoch dem negativen Trend in der Branche nicht widersetzen. Als letzte Konsequenz musste der Geschäftsbetrieb leider stillgelegt werden.“