Türkei-Referendum: Politik lässt Türkeigeschäft der schwäbischen Firmen stottern

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Rund 300 schwäbische Firmen unterhalten regelmäßige und meist bereits langjährige Geschäftsbeziehungen in die Türkei, über 60 davon mit eigener Präsenz vor Ort. Doch die politischen Veränderungen am Bosporus haben Spuren hinterlassen: Zwar war das Land mit einem Exportvolumen von 3,3 Mrd. EUR 2016 der fünftwichtigste Absatzmarkt außerhalb der EU für Produkte „Made in Bavaria“. Allerdings befinden sich dort Kaufkraftentwicklung und Marktbedingungen seit dem Putschversuch letzten Jahres auf Talfahrt.

Die jüngste konfrontative Rhetorik Ankaras verstärkte dies. Zum jetzigen Referendum Erdogans zur Einführung eines Präsidialsystems hat die IHK Schwaben in einer Blitzbefragung betroffene schwäbische Unternehmen um Einschätzung und Ausblick gebeten.

Festes Beziehungsfundament trotz politischer Krise

Die breite Mehrheit von zwei Drittel der Firmen gaben an, ihr Türkeigeschäft in 2016 konstant gehalten oder sogar ausgebaut zu haben, wohingegen ein Viertel einen Rückgang des Volumens meldete, knapp zehn Prozent aber auch die Einstellung ihrer Marktaktivitäten betrieben. Als wichtigster Negativfaktor wurde in diesem Zusammenhang die zunehmende Schwäche der Türkischen Lira genannt, gefolgt von der Verschlechterung der politischen Beziehungen sowie der Sicherheits- und der Rechtslage vor Ort.

In der aktuellen politischen Entwicklung zwischen Brüssel und Berlin einerseits und Ankara andererseits sehen 43 Prozent der Befragten unmittelbare Auswirkungen auf ihre derzeitigen Geschäfte in Form von Umsatzrückgang und erschwerter Zollabwicklung. Trotzdem will die deutliche Mehrheit von 72 Prozent unverändert an ihrem Türkeiengagement festhalten. Nur eine Minderheit von 12 Prozent gab an, geplante Investitionen oder Markterschließungen auf Eis zu legen.

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Sebastian Pfister
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