Über den Winter wurden in Augsburg 200 junge Bäume gepflanzt

Ende des Jahres 2017 hat das Augsburger Amt für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen über 200 Bäume für das öffentliche Grün im Stadtgebiet besorgt. Die Pflanzung erfolgt vor dem Laubaustrieb während der Wintermonate durch die Mitarbeiter des Amtes für Grünordnung, Naturschutz und Friedhofswesen. Viele der jungen Bäume werden entlang der Straßen in den Grünflächen gepflanzt. Bei der Auswahl der Pflanzorte wurden freie Standorte gewählt und auch jene berücksichtigt, für die sich Anwohner persönlich eingesetzt haben.

Einer von 200 neuen Bäumen für das Stadtgebiet Augsburg: Auch in der Hirblinger Straße wurde in diesen Tagen gepflanzt. | Foto: Ruth Plössel

Im Sinne der Verkehrssicherung, müssen, wenn Baumpflegeund schnittarbeiten nicht mehr ausreichen, teilweise auch Bäume in städtischen Grünflächen gefällt werden. Wenn möglich, werden diese dann in den Wintermonaten nachgepflanzt. „Die Stadt sorgt hier aktiv und stetig für Nachpflanzungen“, betont Umweltreferent Reiner Erben. Bei einem Bericht im Umweltausschuss stellte er eine Auswahl von Standorten vor, für die sogar die Pflanzung mehrerer Jungbäume vorgesehen ist:

  •  Rote Torwallanlage: Verschiedene Laub- und Nadelgehölze
  • Wittelsbacher Park, Nähe Dieselhain: 2 Weißtannen an Stelle der 2 gefällten Fichten. Die Ursachen für die Fällungen waren Borkenkäferbefall und ein Brandschaden.
  •  An der Proviantbachstraße wurde die Uferwandung des Baches saniert. Nach der Fertigstellung sind für diesen Bereich 16 Jungbäume verschiedener Arten vorgesehen, unter anderem vier Blauglockenbäume (Paulownia tomentosa), die durch ihre auffällig schönen Blüten beliebt sind. Zudem sind sie besonders gut für das Stadtklima geeignet, da längere Trockenperioden im Sommer gut vertragen werden.
  • Oblatterwallstraße: Sechs Zelkoven (Zelkova serrate „Green Vase“, eine mittelgroße Baumart, die ursprünglich in Japan, Korea und China beheimatet ist und ebenfalls das Stadtklima gut verträgt.
  •  Die Baumlücken in der Ulmer Straße zwischen Bahngleisen und Wertach: Diese werden erst nach Fertigstellung der anstehenden Bauarbeiten bepflanzt. Hier ist entsprechend der Tradition eine Nachpflanzung mit Japanischen Zierkirschen vorgesehen.

Vielfältige Funktionen des Stadtgrüns

Ziel ist die Erhaltung und vitale Entwicklung des öffentlichen Grüns. Stadtbäume haben zahlreiche positive Eigenschaften: Sie wirken ausgleichend auf das extreme Stadtklima, produzieren Sauerstoff und binden Kohlendioxid, filtern Stäube aus der Luft und bieten zahlreichen Organismen wie Vögel, Fledermäuse und Insekten einen Lebensraum. Grün in der Stadt erfüllt auch Naherholungsfunktion und steigert die Lebensqualität. Alte Bäume können zudem ortsbildprägenden Charakter haben und zu einer Identifikation mit dem Wohnort führen.

Foto: Ruth Plössel

Größere Arten- und Sortenvielfalt

Bäume in der Stadt, vor allem die heimischen Waldbaumarten, haben es aus vielen Gründen schwer. Sie vergreisen und erkranken an Straßen viel schneller als in der freien Landschaft. Stürme, Baumkrankheiten, Schädlinge und Stadtklimaextreme kommen erschwerend dazu. „Um zukunftsfähige Bäume zu erhalten, wird bei der Auswahl der Baumarten zunehmend darauf geachtet, diejenigen Arten auszuwählen, die den extremen Anforderungen in der Stadt „gewachsen“ sind, zum Beispiel hinsichtlich der Stadtklimaverträglichkeit, Salzverträglichkeit und Resistenz gegenüber Schädlingen und Krankheiten. Das Amt für Grünordnung setzt bei Neupflanzungen auf eine wesentlich größere Arten- und Sortenvielfalt als in früheren Jahren“, so Umweltreferent Reiner Erben. So soll das Risiko von großflächigen Ausfällen minimiert werden. Nur ein vitaler Baumbestand, könne die wichtigen Funktionen des Stadtgrüns übernehmen. Die Entwicklung eines vitalen Gehölzbestands im Stadtgebiet Augsburg sei damit eine zentrale Aufgabe des Fachamtes.