Uniklinik | Der erste Inhaber eines klinischen Lehrstuhls der Universität Augsburg stellt sich vor

Prof. Dr. Axel R. Heller ist der erste klinische Professor an der neuen Augsburger Medizin-Fakultät. Parallel zum Lehrstuhl für Anästhesiologie und Operative Intensivmedizin der Universität Augsburg, auf den er zum 1. September 2018 berufen wurde, leitet er die gleichnamige Klinik am Klinikum bzw. – ab dem 1. Januar 2019 – Universitätsklinikum Augsburg. In seiner Antrittsvorlesung „Smart Data in Anästhesie und Intensivmedizin“ stellt Heller sich und seine Forschungen am kommenden Montag, dem 10. Dezember, der Öffentlichkeit vor.

Prof. Dr. Axel Heller wechselt von der TU Dresden an die Universität Augsburg und übernimmt an der neuen Augsburger Medizin-Fakultät den Lehrstuhl für Anästhesiologie & Operative Intensivmedizin. | Foto: privat

 

Einblick in ein breites Forschungsspektrum

In seiner Antrittsvorlesung an der Universität Augsburg gewährt Heller Einblick in seine Forschungen, die von der Anästhesiologie im operativen Bereich über die Intensiv- bis hin zur Katastrophenmedizin reichen. Aufgrund seiner engen und bewährten Kooperationen mit Experten der biomedizintechnischen Forschung ist Heller prädestiniert zum Ideengeber wissenschaftlicher Grundlagenforschung in Augsburg, zugleich aber auch bewährt als Experte in der anwendungsorientierten medizinischen Forschung. Dementsprechend weit gestreut sind seine aktuellen Forschungsvorhaben.

Smart Data in Anästhesie und Intensivmedizin

„Mithilfe von Smart Data, also der intelligenten Nutzung großer Datenmengen, können wir große Fortschritte im Bereich der Anästhesie und Intensivmedizin machen, und zwar sowohl in der Forschung als auch in der Krankenversorgung, vor allem in der frühzeitigen Erkennung von Risiken für den Patienten“ erklärt Heller. So möchte er auch die Früherkennung von Notfällen im Krankenhaus verbessern, beispielsweise bei einer beginnenden Blutvergiftung.

Eine enge Zusammenarbeit mit Kolleginnen und Kollegen aus dem Bereich des Forschungsschwerpunktes Medizinische Informatik ist ihm deshalb wichtig. „Moderne Technologien erlauben es uns, z. B. minimalinvasive Monitoringverfahren zu entwickeln, die es ermöglichen, den Gesundheitszustand der Patienten auch zu Hause zu überwachen“, so Heller weiter. Er ist auch in das von der Universität Augsburg, den beiden Münchner Universitäten und der Universität Tübingen getragene DIFUTURE Konsortium eingebunden. Dieses von der 120 Millionen Euro schweren Medizininformatik-Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung geförderte Konsortium verfolgt das Ziel, Daten aus dem klinischen Alltag für die Forschung nutzbar zu machen, um Krankheitsursachen und -verläufe besser verstehen zu können.

Hervorragend in Augsburg vernetzt

Obwohl erst seit kurzem in der Fuggerstadt, ist Heller vor Ort bereits hervorragend vernetzt. Gemeinsam mit dem Lehrstuhl für Health Care Operations/Health Information Management der Universität Augsburg möchte er die Prozessteuerung in Anästhesie und Intensivmedizin verbessern, ebenso die Personaleinsatzplanung für die Weiterbildung zum Anästhesisten. In Kooperation mit den Hessing-Kliniken forscht Heller an einer Verbesserung von Teilnarkosen, bei denen durch die Blockade bestimmter Nerven das Schmerzempfinden und manchmal auch die Bewegungsmöglichkeiten in einer bestimmten Körperregion ausgeschaltet werden. Hier geht es darum, den Einsatz von nebenwirkungsreichen Vollnarkosen reduzieren zu können.

Als Notfallmediziner arbeitet Heller auch mit der Feuerwehr Augsburg und Hilfsorganisationen zusammen, um die Verfahren in der Katastrophenmedizin zu verbessern, etwa durch die Einführung von Simulationsverfahren im Notfall- und Krisenmanagement. In Kooperation mit dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe entwickelt Heller Behandlungsleitlinien in der Katastrophenmedizin. Sie sollen Ärzte und Rettungskräfte dabei unterstützen, im Katastrophenfall akut bedrohtes Leben zu retten und bleibende Gesundheitsschäden zu verhindern.