Unruhe bei KUKA | Nach Vorstand Dr. Till Reuter verlassen vier weitere Top-Manager das Unternehmen

Dr. Till Reuter war seit fast zehn Jahren KUKA Vorstandsvorsitzender. Er trat 2009 in das Unternehmen ein und führte KUKA aus der Wirtschaftskrise. Seit gut einer Woche ist diese Ära beendet – der Top-Manager verständigte sich im November mit dem Aufsichtsrat auf eine Beendigung seiner Arbeit. Jetzt gibt es weitere Unruhe: Weitere vier Topmanager verlassen offenbar ebenfalls den Roboterbauer.

Bernd Liepert (Innovationen), Silvia Buchinger (Personal), Stefan Müller (Strategie) und Christian Tarragona (Forschung) verlassen bis Ende Januar das Unternehmen. Offizielle Gründe wurden bislang nicht genannt, das Unternehmen steht nach der Übernahme im Jahr 2009 durch die chinesische Midea-Gruppe offenbar vor seinem größten Umbruch.

Ob damit auch eine Gefahr für die vielen Arbeitsplätze in Augsburg einhergeht wird sich zeigen. Mit großer Sorge beobachtet der Europaabgeordnete und CSU Bezirksvorsitzende Schwaben, Markus Ferber, die Entwicklung bei KUKA in Augsburg. Der Diplom-Ingenieur sieht die Zusammenhänge in der deutschen Schlüsseltechnologie sehr klar:

„Im Bereich Forschung und Entwicklung liegt die Stärke bei deutschen innovativen Unternehmen. Umso wichtiger ist es, dass wir alles dafür tun müssen, dieses Wissen und Know-how im Land zu behalten und nicht gutgläubig in andere Länder abwandern zu lassen“, so Markus Ferber.

Auch wenn es für KUKA eine langfristige Standort- und Jobgarantie bis zum Jahr 2023 gebe, ist eines für den Europaabgeordneten und Koordinator der EVP-Fraktion im Ausschuss für Wirtschaft und Währung im Europäischen Parlament sicher: Den Chinesen geht es nicht um die Sicherung von Arbeitsplätzen in Deutschland, sondern um den Kauf von Technologiewissen.

Auch der frühere Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) bewertete schon alleine das Ausscheiden von Till Reuter beim Kuka-Konzern kritisch. „

Mit dem Vorstandsvorsitzenden Till Reuter geht nicht irgendjemand, sondern die Person, die für viele als Garant für Standortsicherheit und eine angemessene unternehmerische Unabhängigkeit stand“, sagte Gabriel dem „Handelsblatt“.

Er habe als Bundeswirtschaftsminister die Übernahme durch chinesische Investoren kritisch gesehen.