Am 17. Januar 2019 jährt sich zum 200. Mal der Geburtstag des bekannten Komponisten und Augsburger Domkapellmeisters Karl Kempter. Zu diesem Jubiläum finden in etlichen Dekanaten im Bistum Augsburg im Januar Gottesdienste und Veranstaltungen mit Aufführungen seines bekanntesten Werkes, der berühmten Pastoralmesse in G-Dur op. 24, statt.

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Diese noch heute sehr populäre „Kempter-Messe“ für Chor- und Orchester wird in den Weihnachtsgottesdiensten vor allem im süddeutschen Raum häufig gesungen und gespielt. Die Uraufführung fand in der Christmette 1851 im Hohen Dom zu Augsburg statt, wo sie auch heuer wieder zu hören ist. Alle Sänger/-innen, die die Messe kennen und bei den Aufführungen gerne mitsingen möchten, sind in den Dekanaten herzlich eingeladen. Im Vorfeld findet jeweils eine Probe statt.

In folgenden Pfarreien / Dekanaten gibt es zum Jubiläum von Karl Kempter Aufführungen und Probentermine der „Kempter-Messe“:

Samstag, 19. Januar:

Augsburg, Hoher Dom

16.00 Uhr: Probe (im Dom)

18.00 Uhr: Cantate Domino mit dem Domchor Augsburg und Sänger/-innen aus den Dekanaten Augsburg I und II

(Leitung: Domkapellmeister Reinhard Kammler)

Donauwörth, Münster Zu Unserer Lieben Frau

16.00 Uhr: Probe in der Kirche

18.00 Uhr: Hl. Messe mit Sänger/-innen aus dem Dekanat Donauwörth (Leitung: Dekanatskirchenmusikerin Maria Steffek)

Kempten, Pfarrkirche St. Michael

16.00 Uhr: Probe in der Kirche

18.00 Uhr: Hl. Messe mit Sänger/-innen aus dem Dekanat Kempten (Leitung: Volker Zapp)

Schrobenhausen-Mühlried, Pfarrkirche Heilig-Geist

15.00 Uhr: Probe in der Kirche

18.00 Uhr: Hl. Messe mit Sänger/-innen aus dem Dekanat Neuburg-Schrobenhausen (Leitung: Dekanatskirchenmusiker Werner Zuber und Wolfgang Hiltner)

Sonthofen, Pfarrkirche St. Michael

18.30 Uhr: Probe in der Kirche

20.00 Uhr: Geistliches Konzert mit Sänger/-innen aus dem Dekanat Sonthofen (Leitung: Dekanatskirchenmusiker Heinrich Liebherr)

Sonntag, 20. Januar:

Burgau, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt
(Limbach bei Burgau: Geburtsort von Karl Kempter)

17.00 Uhr: Probe in der Kirche

18.00 Uhr: Hl. Messe mit Sänger/-innen aus dem Dekanat Günzburg (Leitung: Dekanatskirchenmusiker Robert Sittny)

Kaufbeuren, Stadtpfarrkirche St. Martin

Donnerstag, 17. Januar 20.00 Uhr: Probe im Haus St. Martin

Sonntag, 20. Januar 19.00 Uhr: Hl. Messe mit Sänger/-innen aus dem Dekanat Kaufbeuren (Leitung: Dekanatskirchenmusiker Daniel Hermann)

Memmingen, Pfarrkirche St. Josef

18.00 Uhr: Probe in der Kirche

19.00 Uhr: Hl. Messe mit Sänger/-innen aus den Dekanaten Memmingen und Mindelheim (Leitung: Dekanatskirchenmusiker Maximilian Pöllner und Dekanatskirchenmusiker Michael Lachenmayr)

Nördlingen, Pfarrkirche St. Salvator

09.00 Uhr: Probe in der Kirche

10.00 Uhr: Pontifikalamt mit Sänger/-innen aus dem Dekanat Nördlingen (Leitung: Dekanatskirchenmusiker Klaus Ortler)

Weißenhorn, Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt

16.00 Uhr: Probe in der Kirche

18.30 Uhr: Hl. Messe mit Sänger/-innen aus dem Dekanat Neu-Ulm (Leitung: Dekanatskirchenmusikerin Heide Rösch)

Das war Karl Kempter

Karl Kempter wurde am 17. Januar 1819 in Limbach bei Burgau geboren. Als jüngstes von sieben Kindern wächst er in ärmlichen, aber nicht ungebildeten Verhältnissen auf: sein Vater war Lehrer. Durch väterliche Förderung wird ihm mit zwölf Jahren eine fundierte musikalische Ausbildung zuteil: Kempter wird Schüler von Michael Keller, der Komponist, Organist und Chorregent der Stadtpfarrkirche St. Ulrich und Afra in Augsburg ist. Er wird von ihm in Gesang, Klavier- und Orgelspiel sowie in Komposition ausgebildet. Nur sechs Jahre später, im Jahr 1837, tritt er mit 18 Jahren die Nachfolge seines Lehrers an der Orgel von St. Ulrich und Afra an. 1839 wird er Domorganist und Musiklehrer am Augsburger St. Stephanstift, dem heutigen Gymnasium bei St. Stephan. Mit 46 Jahren, im Jahr 1865, wird Karl Kempter zum Domkapellmeister befördert und stirbt nur sechs Jahre danach, am 12. März 1871.

Neben seinem bekanntesten Werk, der Pastoralmesse in G-Dur, hat Karl Kempter mehr als 120 Oratorien, Messen, Vespern und Litaneien komponiert. Keines der Werke wurde jedoch nur annähernd so bekannt wie die Pastoralmesse in G-Dur. Den Erfolg verdankt die Messe womöglich ihrer guten Spiel- und Singbarkeit, Instrumentation und Harmonik. Die Uraufführung fand in der Christmette 1851 im Hohen Dom zu Augsburg statt.

Der Volksgesang, insbesondere beim Gottesdienst, bildete das Zentrum von Kempters Schaffen: Auch Landchören mit geringen Mitteln wollte Karl Kempter das Musizieren ermöglichen. Seine Kompositionen sollten sowohl von kleinen Laienchören als auch von Chören mit üppiger Besetzung aufgeführt werden können.