Projekt Inklusionshotel in Augsburg erreicht wichtige Meilensteine

Im Rahmen seiner heutigen Pressekonferenz informierte „einsmehr“ e.V., die Down-Syndrom-Initiative für Augsburg und Umgebung, über wichtige Meilensteine, die das Projektteam inzwischen erreicht hat. Vor allem die Einigung über einen Mietvertrag, die Gründung einer gGmbH, eine Bewilligung für ein Projekt durch die Sternstunden und eine erfolgreiche Kulturreihe brachten das Projekt ein großes Stück voran. 

Die Vorsitzende von „einsmehr“, Karin Lange zog ein sehr zufriedenes Fazit: „Dank der großartigen Unterstützung von verschiedenen Seiten sind wir im letzten Jahr weit besser vorangekommen als gedacht. Wichtig war für uns als Verein, dass wir die Gründung der gGmbH über die Bühne gebracht haben, da wir uns damit professionell aufgestellt haben.“ Als Geschäftsführer fungiert der bisherige Projektkoordinator Jochen Mack.

Damit war auch die Grundlage für die weiteren Mietverhandlungen geschaffen. Inzwischen wurde Einigkeit in allen wichtigen Punkten erzielt, so dass „einsmehr“ und der Vermieter, die westhouse gGmbH einen substantiellen Vorvertrag unterschrieben haben. Damit können die wirtschaftlichen Pläne verfeinert werden, da sie nun auf belastbaren Zahlen beruhen. Dieser angepasste Businessplan ist dann auch die Grundlage für die anstehenden Zuschussanträge beim Inklusionsamt und der Aktion Mensch.

Erfreulich ist, dass die Sternstunden des Bayerischen Rundfunks ein Qualifizierungsprojekt für Jugendliche mit Unterstützungsbedarf fördern. Darüber kann „einsmehr“ Interessierte ans Hotelthema heranführen und gemeinsam mit ihnen Abläufe entwickeln, die dann auch im Hotel greifen können.

Sehr erfolgreich war die Kulturreihe, die der Verein im Herbst auf die Beine gestellt hat. Zu den neun Konzerten und Lesungen kamen über 1.500 Personen und es wurden über 12.000 Euro eingespielt. Karin Lange: „Wir danken den Künstlerinnen und Künstlern sehr herzlich für ihr Engagement. Denn dadurch haben wir nicht nur Geld eingesammelt, sondern auch viele Menschen mit unserer Idee erreicht.“

Laut Businessplan muss der Verein 300.000 Euro aufbringen um das Vorhaben realisieren zu können. Davon ist mehr als die Hälfte schon geschafft. Allerdings braucht „einsmehr“ weiterhin jeden Euro. Karin Lange: „Alle wissen, dass wir in der Baubranche immer mit Kostensteigerungen zu rechnen haben. Und da wir keinen großen Träger im Hintergrund haben, der uns in einem Engpass auffangen kann, sammeln wir so viele Spenden wie möglich.“ Im März um den Welt-Down-Syndrom-Tag ist die nächste Kampagne geplant.

Darüber hinaus steht in den nächsten Monaten die Antragsstellung bei weiteren Förderprogrammen im Mittelpunkt. Dabei liegt ein besonderes Augenmerk auf dem Inklusionsamt und der Aktion Mensch. Insgesamt muss „einsmehr“ über 1,5 Mio. Euro aufbringen um mit dem Inklusionshotel starten zu können.

Das ist geplant

Die Down-Syndrom-Initiative „einsmehr“ e.V. plant den Betrieb eines Inklusionshotels. Dort werden insgesamt 24 Menschen beschäftigt sein, darunter mindestens elf Personen mit Unterstützungsbedarf. Derzeit sind 73 Zimmer geplant, davon 16 Appartements, die bis zu einem halben Jahr gemietet werden können.

„einsmehr“ hat ca. 140 Mitgliedsfamilien aus der Region Augsburg und bietet eine Plattform für den Austausch sowie ein großes Angebot für Menschen mit Down-Syndrom und organisiert fachliche oder politische Veranstaltungen. Weitere Informationen: www.einsmehr.org