Prozessauftakt in München | Hilfspfleger soll sechs Menschen mit Insulin ermordet haben

Am Landgericht München I hat am Dienstag der Prozess gegen einen polnischen Hilfspfleger wegen sechsfachen Mordes und dreifachen versuchten Mordes begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 38 Jahre alten Mann vor, er habe seinen pflegebedürftigen Patienten an verschiedenen Tatorten in Deutschland Insulin gespritzt.

Der 38-Jährige verweigerte die Aussage vor Gericht. Bei der Polizei habe er in den Vernehmungen nach seiner Festnahme im Jahr 2018 aber ausgesagt. Anne Leiding, Pressesprecherin Staatsanwaltschaft München I «Bisher gibt es eine Art Geständnis. Er hat gestanden, dass er Insulin gegeben hat, aber was er nicht gestanden hat ist der Tötungsvorsatz. Also er sagt, er hat das Insulin gegeben, damit die endlich Ruhe geben. Also nicht sozusagen, um sie zu töten.» Gegenüber seinem psychologischen Gutachter soll der Angeklagte Gewissensbisse eingeräumt haben.

Die Anklage geht von Heimtücke, Habgier und niedrigen Beweggründen aus. Neben den sechs Mordfällen und drei Fällen des versuchten Mordes listet die Anklage auch drei Fälle von gefährlicher Körperverletzung auf.