Zum Auftakt des Prozesses um diverse Sex-Vorwürfe gegen den früheren SPD-Bezirksvorsitzenden Linus Förster räumte dieser zahlreiche Vergehen ein.

Dr. Linus Förster (li.) hier mit seinem Verteidiger Walter Rubach räumte zu Prozessbeginn die erhobenen Vorwürfe weitestgehend ein. | Foto: Klaus Rainer Krieger

Auf insgesamt fünf Prozesstage wurde die Verhandlung gegen den ehemaligen Landtagsabgeordneten Linus Förster angesetzt. Dem heute 52-jährigen wird seitens der Staatsanwaltschaft Augsburg der sexuelle Missbrauch mehrerer handlungsunfähiger bzw. schlafender Frauen vorgeworfen. Zudem soll er heimlich Filmaufnahmen von den Handlungen gefertigt haben. Auch der Besitz von über 1300 kinderpornografischen Dateien werden ihm zu Last gelegt.

Am heutigen ersten Verhandlungstag räumte der frühere Bezirksvorsitzende der SPD die Vorwürfe weitestgehend ein. In einem Fall wies er die vorgeworfene Tat zurück. Dies ging aus einer von seinem Anwalt verlesenen Mitteilung hervor. In der Befragung durch das Gericht antwortete Förster selbst und benannte als Gründe für seine Handlungen u.a. Depressionen und eine narzisstische Persönlichkeitsstörung. Bestätigung hatte er sich durch den Sex mit einer Vielzahl an Partnerinnen gesucht. 2016 hatte er ein Problem an sich erkannt und in eine dreimonatige stationäre Behandlung begeben.

Kinderpornografie ist „widerlich“

Öffentlich wurden seine strafbaren Handlungen erst, als er von einer Augsburger Prostituierten angezeigt wurde. Er hatte von dem Verkehr mit ihr heimlich Videoaufnahmen gefertigt. Bei dem Versuch den Speicher an sich zu nehmen, wurde die Frau leicht vom damaligen Abgeordneten verletzt.

Bei einer anschließenden Durchsuchung der Privat- und Parteiräume Försters kamen neben weiterer Aufnahmen vom Verkehr mit Teils handlungsunfähigen (schlafenden) Frauen rund 1300 kinderpornografische Dateien zum Vorschein. Das Sammeln dieser Datein sei für ihn eine „Grenzüberschreitungen“ gewesen, die ihm einen „Kick“ gegeben hätte. Eigentlich hält er Kinderpornografie für „widerlich“ und sieht keine pädophilen Neigungen bei sich.

Förster, der sowohl das Landtagsmandat als auch alle Parteiämter niedergelegt und aus der SPD ausgetreten ist, droht bei einer wahrscheinlichen Verurteilung im besten Fall eine Haftstrafe von vier Jahren. Das Urteil wird in der kommenden Woche erwartet.