Ratiopharm Ulm hat sich mit einem packenden 93:84-Heimsieg gegen ALBA Berlin das Halbfinalticket in der Basketball-Bundesliga gesichert. In einer Partie voller Wendungen und Energie setzte sich die Mannschaft von Anton Gavel nach einem furiosen Schlussviertel durch. Der Vorverkauf für die ersten beiden Halbfinal-Heimspiele beginnt bereits morgen um 12 Uhr.
Berlin startet stark – Ulm hält dagegen
Die Gäste aus der Hauptstadt erwischten den besseren Start und brachten mit Louis Olinde erstmals in der Serie ihren Nationalspieler aufs Parkett. Doch Ulms Center Márcio Santos zeigte sich davon unbeeindruckt und konterte mit acht Punkten in Folge. Während der Dreier zu Beginn nicht wie gewohnt fiel, suchte Ulm vermehrt den Weg zum Korb, arbeitete hart am offensiven Brett – allen voran der junge Noa Essengue, der wichtige Impulse setzte. Nach dem ersten Viertel lag Berlin knapp vorn (20:24).
Kampf, Fehler, Spannung – ein Spiel auf Messers Schneide
Ein energischer 6:0-Lauf zum Start des zweiten Viertels brachte Ulm erstmals in Führung. Doch die Partie blieb eng, intensiv – und fehlerbehaftet. Bis zur Pause zählten beide Teams zusammen 20 Ballverluste. Mit einem knappen Rückstand von 43:45 ging Ulm in die Kabine.
Ulm dreht auf – und dreht das Spiel
Nach dem Seitenwechsel setzten die Ulmer auf aggressive Drives zum Korb und erzwangen zahlreiche Freiwürfe – 21 von 26 fanden ihr Ziel (81 Prozent Trefferquote). Der Berliner Vorsprung schmolz, doch ALBA blieb durch starke Distanzwürfe dran (61:62, 27. Minute). Als sich das Momentum im Schlussviertel erneut zugunsten der Gäste zu wenden drohte, mobilisierte Ulm letzte Kräfte – mit durchschlagendem Erfolg.
Ein 12:4-Lauf brachte die Wende. Die Atmosphäre im „Hexenkessel“ erreichte ihren Siedepunkt, als Ben Saraf – gerade einmal 19 Jahre alt – seinen Dreier versenkte und das Spiel endgültig auf Ulmer Seite zog (82:77, 38.). Am Ende stand ein verdienter 93:84-Erfolg – und die große Chance auf den Meistertitel lebt weiter.
Saraf sorgt für den Schlüsselmoment
„Diese Energie in der Halle war einfach unglaublich. Als Bens Dreier fiel, wusste jeder: Das Ding kippt“, so Ulms Headcoach Anton Gavel nach dem Spiel.
Der Gegner im Halbfinale steht noch aus – sicher ist aber: Ulm ist bereit.


