Nach einem leidenschaftlichen Kampf und einer intensiven Aufholjagd muss Ratiopharm Ulm im vierten Playoff-Duell bei den FIT/One Würzburg Baskets eine bittere 77:78-Niederlage hinnehmen. Ein Wurf von Davion Mintz kurz vor der Schlusssirene sorgt für die Entscheidung und zwingt die Ulmer in ein alles entscheidendes fünftes Spiel in der heimischen Arena.
Früher Rückstand trotz starkem Beginn
Dabei starteten die Ulmer zunächst verheißungsvoll. Karim Jallow, wie gewohnt mit viel Energie, sorgte nach einem Offensivrebound für die ersten Punkte. Doch Würzburgs Kapitän Seljaas stellte sich mit zwei schnellen Dreiern (10:10) in den Mittelpunkt, ehe einfache Ulmer Fehler von den Hausherren gnadenlos bestraft wurden. Nach drei Turnovern und einem 7:0-Lauf nahm Coach Ty Harrelson früh die erste Auszeit (10:17).
Angeführt von Nationalspieler Nelson Weidemann und Youngster Noa Essengue kämpften sich die Gäste zurück. Alfonso Plummer verkürzte kurz vor Ende des ersten Viertels auf 23:25 – die Aufholjagd war eröffnet.
Essengue übernimmt – Ulm bleibt dran
Im zweiten Abschnitt übernahm Würzburgs MVP Jhivvan Jackson das Kommando, während Marcio Santos foulbelastet pausieren musste. Auf Ulmer Seite überzeugte erneut Noa Essengue, der defensiv und offensiv Akzente setzte. Einen besonders sehenswerten Moment bot Saraf, dessen No-Look-Pass im Fastbreak Tobias Jensen fand – Time-out Würzburg (29:31).
Obwohl sich Ulm weiter heranarbeitete, ließen sich die Hausherren nicht abschütteln. Vor der Pause beendete Alfonso Plummer seine Durststrecke aus der Distanz und stellte auf 41:44.
Ulm wankt, aber fällt nicht
Nach dem Seitenwechsel geriet Ulm zunächst unter die Räder. Fehler häuften sich, Würzburg zog zweistellig davon (42:52). Doch einmal mehr war es Karim Jallow, der mit Einsatz und Physis die Wende einleitete. Unterstützt von der defensiven Präsenz von Justinian Jessup und einem offensiv starken Tobias Jensen, der einen wichtigen Dreier nach Offensivrebound versenkte, meldete sich Ulm zurück (57:58). Den Schlusspunkt des dritten Viertels setzte Plummer mit einem Buzzerbeater zum 63:63.
Jallows starke Schlussphase reicht nicht – Mintz entscheidet Spiel
Zu Beginn des letzten Abschnitts gelang Essengue die erste Ulmer Führung seit dem ersten Viertel – inklusive And-One gegen Max Ugrai (66:64). Doch die Hausherren schlugen mit einem energischen 7:0-Lauf zurück. Die Partie wurde nun zerfahren, zahlreiche Fouls bremsten den Spielfluss. Jhivvan Jackson musste foulbedingt runter, während Ulm gleich drei Spieler mit vier Fouls belastet hatte.
Jallow zeigte sich erneut als Leader: ein schwerer Dreier bei ablaufender Uhr und ein spektakulärer Block gegen Seljaas (77:76) brachten Ulm fast auf die Siegerstraße. Doch Davion Mintz hatte das letzte Wort – sein Wurf 8,9 Sekunden vor Schluss stellte auf 77:78.
Der letzte Ulmer Angriff endete unglücklich: Karim Jallow verlor den Ball, die Zeit lief aus. Ulm muss damit in ein entscheidendes fünftes Spiel vor heimischer Kulisse.


