Nach doppelter Overtime verliert ratiopharm ulm in Spiel eins der Playoff-Viertelfinalserie bei den MHP RIESEN Ludwigsburg mit 104:99.Man G329Dbaf65 1280

Ein intensives Spiel das seinesgleichen suchte. Ständige Führungswechsel, doppelte Overtime, ein Spektakel in der 43. Auflage des Schwabenderbys. Für eine Überraschung sorgte das Comeback von Karim Jallow, der knapp zwei Wochen nach seiner zugezogenen Schulterverletzung ins Team zurückkam und direkt offensiv mit hoher Effizienz Akzente setzen konnte (12 Punkte). Go-to guy auf Ulmer Seite Power Forward Jaron Blossomgame, der sowohl 41 Punkte auflegte als auch insgesamt 13 Defensivrebounds für sich verbuchen konnte. Ein insgesamt enger Fight, der sich über 50 Minuten zog und schlussendlich mit dem glücklicheren Ausgang für die Gastgeber endete. Es bleibt keine Zeit zu verschnaufen. Bereits am Dienstag folgt an gleicher Stelle die zweite Auflage in der Playoff-Viertelfinalserie (Tipoff 19.00 Uhr).

Die Partie eröffnete Jaron Blossomgame per „and one“- Ludwigsburg konterte allerdings doppelt von „downtown.“ Nach dem Motto jeder Angriff ein Treffer, ging es in den Anfangsminuten hin und her. Mit ligaweit den meisten Abschlüssen aus dem Feld nahmen die Riesen zu Beginn sehr viele Würfe mit entsprechend starker Ausbeute, besonders von der Drei-Punkte-Linie und ablaufender Shotclock. Fedor Zugic tankte sich mehrfach zum Korb durch und wusste zu punkten. Drei Freiwürfe nach Foul nutzte Fedor Zugic zur erneuten Ulmer Führung (22:23, 9.). Im zweiten Viertel fand das Heimteam kaum statt, konnte vor allem durch aggressive Defense und effiziente Reboundarbeit (22:10) vor eigenen Punkten gehindert werden. Die daraus resultierenden Ballverluste verschafften ratiopharm ulm das erste größere Punktepolster (7) und mit einem Wurf von Downtown provozierte Karim Jallow letztlich eine Auszeit (27:35,14.). Dennoch blieben die RIESEN auch aufgrund vieler Turnover (11:19) und einfachen Fastbreak-Punkten weiter in Schlagdistanz. Es schlichen sich vermehrt Fehler auf beiden Seiten ein, außerdem fanden die Drei-Punkte Würfe aufseiten des Heimteams nicht mehr den weg in den Korb. Es wurde zunehmend wilder. Die Folge waren riskante Pässe, schwere Würfe, alles mit dem besseren Ende für die Mannschaft von Jaka Lakovic, die mit einer Acht-Punkte Führung den Gang in die Kabine bestritt.
 
Routinier Tremmell Darden brachte mit fünf Punkte nach Restart die Riesen näher heran. Ulm wusste jedoch immer die passenden Antworten zu geben, sei es mit Jaron Blossomgame aus dem Post-up oder in Kombination mit Sean Evans als Abroller im Pick-and-Roll, der seine Scoringqualitäten unter dem Korb bewies (16 Punkte). In Person von Jordan Hulls und Jonah Radebaugh fand das Team von John Patrick mit erfolgreichen Dreierwürfen wieder in die Spur und zog das Momentum mittels eines 11:0 Run auf die eigene Seite, welches Radebaugh zum Ausgleich krönte. (59:59, 28.). Ein spannendes Schlussviertel stand bevor, dass den Erwartungen einer Playoffsserie auf alle Fälle gerecht wurde. Zum Ende fanden aufseiten der Riesen die Würfe von der Drei-Punkte-Linie wieder ihr Ziel. Zwei getroffene Freiwürfe von Semaj Christon (79:77,38.) unterstrichen nicht nur die an diesem Tag starke Quote (80%), sondern leiteten eine enge Crunchtime ein. Beim Stand von 83:83 gebührte den Ulmern der letzte Angriff nach eigener Auszeit mit nunmehr zehn Sekunden auf der Schussuhr. Vorgetragen von Semaj Christon, kam der Ball zu Sindarius Thornwell, der einen Mitteldistanzwurf nicht vollenden konnte-Overtime.
 
Ein fortlaufendes Kopf-an-Kopf Rennen, dass mit stetigen Führungswechseln einherging, zog sich wie ein roter Faden durch die fünf Minuten Zusatzspielzeit. Mit absoluter Willenskraft brachte ein Monsterblock von Sean Evans die Ulmer beim Stand von 90:88 und zehn Sekunden in eine  Fastbreaksituation, die Thornwell erfolgreich zum Ausgleich abschloss, inklusive des fünften gezogenen Fouls von Radebaugh und damit der Chance auf die Führung über einen Bonusfreiwurf. Thornwell verwarf allerdings, bekam aber durch anschließenden Ballverlust eine weitere Chance, das Spiel zu entscheiden. Christons Aktion fehlte allerdings der Abschluss, weshalb es beim Stand von 90:90 in die zweite Overtime ging, in der den Ulmern zunehmend die Kraft schwand. Ludwigsburg wusste dies mit James Woodard und Ex-Ulmer Justin Simon zu nutzen, setzte sich entscheidend ab und gewann schlussendlich mit 104:99.

Headcoach Jaka Lakovic: „Gratulation an Ludwigsburg zum Sieg. Es ist eine Playoffserie, die jetzt auf eins zu null gestellt ist und ich denke wir könnten in einer besseren Ausgangsposition sein, dass ist uns heute allerdings nicht gelungen. Wir blicken auf Spiel zwei, dass wir gewinnen müssen.“
 
Die weiteren Spiele der Viertelfinal-Serie im Überblick (* falls nötig):
Spiel 2: @Ludwigsburg | 17.05.22 | 19:00 Uhr
 Spiel 3: @ratiopharm arena | 19.05.22 | 19:00 Uhr | Tickets verfügbar
Spiel 4*: @ratiopharm arena | 22.05.22 | 15:00 Uhr | Tickets im Playoff-Abo verfügbar
Spiel 5*: @Ludwigsburg | 24.05.22 | 19:00 Uhr