Ratiopharm Ulm zieht nach Sieg über Chemnitz ins Pokal Top-Four ein

Im Pokalviertelfinale bezwingt Ratiopharm Ulm den aktuellen Tabellenführer der easyCredit-BBL NINERS Chemnitz mit 87:78, beendet deren Siegesserie von wettbewerbsübergreifend zehn Siegen eindrucksvoll und steht nach sechs Jahren wieder mal im TOP-FOUR.

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Foto: Jan Stimpel – JSpictures.de / PM BBU

Anlässlich der Gelegenheit in das berühmte TOP-FOUR einzuziehen, trafen sich zahlreiche Ulmer-Fans auf dem MainCourt des OrangeCampus, um der Mannschaft aus der Ferne beizustehen und Energie aus ca. 345 km Luftlinie zu schicken. Und das mit Erfolg, denn die Uuulmer zeigten über 40 Minuten eine engagierte und bärenstarke Vorstellung, sicherten sich somit das fünfte Mal in der Vereinshistorie den Einzug in das TOP-FOUR. Das Spiel begann wie so oft mit einem echten Höhepunkt von der Highlight-Produktionsmaschine schlechthin: Trevion Williams packte zum Auftakt mal wieder einen Pass der Kategorie Kunstwerk aus und bediente den eingelaufenen Karim Jallow, der einen fulminanten Start einläutete. Das Team von Trainer Anton Gavel brachte sofort die notwendige Intensität, die es gegen die aktuelle Mannschaft der Stunde braucht, auf das Parkett und zwang die Hausherren in der Anfangsphase mit einer energischen Defensive konstant zu schwierigen Abschlüssen. Das zweite sehenswerte Play bescherte George de Paula. Der brasilianische Aufbauspieler versenkte einen aus der Not gedrungenen Wurf vom Parkplatz, stand beim wilden Dreier Nähe Mittelkreises, was ihn allerdings nicht störte. Die Qualität der Offensive nahm mit fortlaufender Spieldauer auf beiden Seiten zu. Es ging gegen Ende des ersten Viertels wortwörtlich hin und her – jede erfolgreiche Offensive wurde in dieser Phase im direkten Gegenangriff gekontert. So entwickelte sich ein interessanter und absolut offener Schlagabtausch (20:22, 10.). Viertelübergreifend setzte es dann einen 8:0 Lauf des Gastgebers, bis Youngster Pacôme Dadiet sich im Fastbreak entschlossen durchsetzte und den Run mit einem And-One-Spielzug beendete. Im zweiten Viertel verloren die Ulmer zunächst den Zugriff und Griffigkeit in der Defensive. Immer wieder attackierten die Chemnitzer die Zone, erspielten sich somit gute Abschlusspositionen rund um den Korb. Kurz vor der Halbzeitpause schaltete das Team einen Gang hoch, generierte vermehrt Defensivstopps. Auch in der Offensive häuften sich die Erfolgserlebnisse, welche die Partie weiter offen gestaltete. Die Uuulmer stellten mit einem 8:2 Schlussspurt passend zur ausgeglichenen Partie auf Gleichstand (39:39, HZ.).

Mit viel Elan, Durchsetzungsvermögen und Willenskraft eröffneten die Ulmer die zweite Hälfte, was acht unbeantwortete Punkte in nicht mal eineinhalb Minuten zur Folge hatte (Halbzeitübergreifend 13:0 Lauf). Sinnbildlich für die Präsenz und Wachsamkeit der Uuulmer Trevion Williams: Der Center stand nach 23 gespielten Minuten bei bereits sagenhaften elf Rebounds. Mit tollen Einzelaktionen gelangte Juan Núñez abermals in Korbnähe, brillierte dabei mit hervorragendem Ballhandling und starken Korblegern. Die Chemnitzer Offensive fand dann Mitte des dritten Spielabschnitts den eigenen Rhythmus. Aber besonders einen Ulmer störte dies überhaupt nicht – das spanische Juwel Núñez zeigte all seine Facetten, delegierte mit Spielübersicht die Offensive und verwandelte auch die wilden Würfe wie beispielweise den Stepback-Dreier mit Brett, welches bekannterweise nur auf dem Freiplatz angesagt werden muss. Aus einem weiteren erfolgreichen Dreier von L.J. Figueroa, der das berüchtigte heiße Händchen hatte (5/6 Dreier) resultierte dann zwischenzeitlich eine zweistellige Uuulmer Führung – insgesamt 30 Punkte erzielte das Team in diesem Viertel und sorgte für eine gute Ausganglage vor dem entscheidenden Schlussviertel (60:69, 30.). Den Schwung und das gewonnene Selbstverständnis nahmen die Ulmer mit in den letzten Abschnitt, spielten über weite Strecken routiniert und bauten den Vorsprung auf 15 Punkte aus. Trotz konsequenter Verteidigung kämpften sich die Gastgeber wenige Minuten vor Spielende nochmals auf neun Punkte heran. In der Folge blieben die Uuulmer aber kaltschnäuzig, fuhren den Sieg letztendlich souverän nach Hause und kommen dem Traum vom Pokalsieg einen Schritt näher.