Reporter ohne Grenzen begrüßt Auftakt zum Kuciak-Prozess

Die Journalisten-Organisation Reporter ohne Grenzen (ROG) begrüßt den Beginn des Prozesses gegen die mutmaßlichen Mörder des Investigativjournalisten Ján Kuciak und seiner Verlobten in der Slowakei. Dass die Beschuldigten vor Gericht stehen, „ist ein positiver Schritt für die Pressefreiheit in der Slowakei“, sagte ROG-Geschäftsführer Christian Mihr am Donnerstag. Entscheidend sei, dass die Justiz das ganze „Netzwerk der Korruption“ durchleuchte und zerstöre.

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„Nur wenn dieser korrupte Sumpf trockengelegt wird, sind Journalistinnen und Journalisten in der Slowakei künftig vor ähnlichen Verbrechen sicher“, so Mihr weiter. Zum Prozessauftakt am Donnerstag muss das Gericht zunächst entscheiden, ob es die Anklageschrift annimmt oder weitere Ermittlungen fordert. Mit dem Beginn der Hauptverhandlung wird frühestens für Januar gerechnet.

Kuciak und seine Verlobte waren im Februar 2018 in ihrem Haus ermordet worden. Der Journalist hatte vor seinem Tod zuletzt über Korruption, Steuerhinterziehung und Verbindungen hochrangiger slowakischer Politiker zur italienischen Mafia recherchiert. Der Fall hatte in der Slowakei eine Regierungskrise ausgelöst – unter anderem war der damalige Ministerpräsident Robert Fico zurückgetreten.