„Rettet die Bienen“ | Volksbegehren für Artenvielfalt auch in Augsburg erfolgreich

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat die erforderliche Unterschriftenzahl von bayernweit knapp einer Million Stimmen oder 10% der Wahlberechtigten erreicht. Auch in Augsburg war die Beteiligung hoch.Rettet-die-Bienen-Eintragen „Rettet die Bienen“ | Volksbegehren für Artenvielfalt auch in Augsburg erfolgreich Augsburg Stadt News Newsletter Politik Augsburg Christian Pettinger Claudia Roth Grüne ÖDP Rettet die Bienen Volksbegehren Volksbegehren für Artenvielfalt | Presse Augsburg

Das Volksbegehren „Rettet die Bienen“ hat die erforderliche Unterschriftenzahl von bayernweit knapp einer Million Stimmen oder 10% der Wahlberechtigten erreicht. Wie die Initiatoren aus München vermeldeten, sei die kritische Marke bereits am Dienstagnachmittag überschritten gewesen. Auch in Augsburg war der Zuspruch bei der Eintragung durchweg sehr hoch: so standen im Rathaus praktisch durchgehend BürgerInnen zum Unterschreiben an. Darüber, dass das Volksbegehren nun erfolgreich ist, freut sich natürlich auch der Sprecher des Augsburger Aktionskreises, der ÖDP-Stadtrat Christian Pettinger: „Das Ergebnis in Augsburg mit mehr als doppelt so vielen Unterschriften, wie eigentlich nötig gewesen wären, ist ein großer Sieg für den Artenschutz. Dies war nur deshalb möglich, weil eine große Zahl von Gruppen und Parteien zusammen mit vielen Einzelpersonen hier vorbehaltlos zusammengearbeitet haben. Ich bedanke mich bei allen, die das Zustandekommen durch ihre Mitwirkung unterstützt haben und natürlich auch bei den WählerInnen für ihre Unterschrift.“

Auch in Augsburg eine hohe Zustimmung

Auch in Augsburg war die Beteiligung hoch. Laut Aufzeichnungen der Initatoren hatten sich Stand gestern 35.811 der 189.077 Wahlberchtigten in die Listen eingetragen. Vor Ende des heutigen Tages hatten somit 18,94% für das Volksbegehren unterschrieben.

Nicht zuletzt zeige das überwältigende Ergebnis aber auch die Einschätzung der Bedeutung des Themas durch die Wähler. Pettinger: „Die Anzahl der BürgerInnen, die sich mit ihrer Unterschrift für das Volksbegehren eingetragen haben ist so hoch, wie bei keinem anderen Volksbegehren in der bisherigen Bayerischen Geschichte. Das zeigt klar, welchen Stellenwert die WählerInnen dem Artenschutz einräumen.“

Diese Einschätzung teile scheinbar inzwischen auch der Bayerische Ministerpräsident, der durch das Wählervotum nun gezwungen ist, sich mit der Thematik auseinanderzusetzen. Insofern begrüße Pettinger nun das Angebot des Ministerpräsidenten, sich mit allen Beteiligten an einem runden Tisch zusammen zu setzen und einen noch breiter angelegten Gesetzentwurf als Alternative zu entwickeln. „Schon dieses Angebot zeigt, dass wir mit unserem Volksbegehren eine längst überfällige Diskussion angeregt haben, über einen Kurswechsel in der Naturschutzpolitik in Bayern.“ Schon allein dafür habe sich der Einsatz gelohnt. „Wenn jetzt in einem Gespräch auf Augenhöhe ein Gesetzentwurf entsteht, der weiter gefasst wird, als es die Gesetzgebung eines Volksbegehrens sein kann, dann würde ich das absolut begrüßen“, so Pettinger.

Dem pflichtet die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags und Augsburger Abgeordnete Claudia Roth (Grüne) nur bei: „Das Volksbegehren Artenvielfalt in Bayern war erfolgreich, die Million wurde gestern geknackt! Danke allen, die unterzeichnet haben, trotz schlechten Wetters und langer Wartezeiten. Großartig! Jetzt müssen konkrete Schritte folgen, in Bayern und darüber hinaus: weniger Gift auf dem Acker, mehr nachhaltige Landwirtschaft – und das bezahlbar, nicht zuletzt durch eine Umschichtung der fehlgeleiteten EU-Agrarsubventionen. Die Verantwortung darf nicht länger allein bei den Verbraucher*innen liegen! Weder für den Artenschutz noch für eine gesunde Ernährung.

Bereits heute sind ein Drittel aller Arten auf diesem Planeten akut bedroht. Laut neuesten Studien verschwinden jährlich zwei Prozent der Insekten weltweit. In hundert Jahren könnten sie damit ausgestorben sein. Und das hätte katastrophale Konsequenzen – für unser Ökosystem, letztlich aber auch für das Überleben der Menschheit insgesamt. Das Volksbegehren ist da ein deutliches, hoffnungsfrohes Signal: anpacken, und zwar richtig!“