Rückkehr nach Augsburg nach Jahrzehnten – Mozarts „La clemenza di Tito“ mit Premiere im Oktober

Nach vielen Jahrzehnten ist Mozarts letzte Oper »La clemenza di Tito« wieder einmal in Augsburg zu erleben: Sie trägt dabei die Handschrift des polnischen Regisseurs Wojtek Klemm, der im Stoff Parallelen zu unserer Zeit und ihren Herrschaftsstrukturen entdeckt. Das Sängerensemble des Staatstheater Augsburg wird für »Tito« verstärkt durch den renommierten Tenor Mirko Roschkowski.

Tito 3A Natan Berkowicz
Foto: Natan Berkowicz

Machtbestrebungen und private Interessen vermischen sich in dieser Oper zu einem kaum aufzulösenden Konflikt. In beständigen Perspektivwechseln zeigt sich ein Rom, dessen Regierungssystem in seinen Grundfesten erschüttert wird, während sich die Protagonist:innen an ihren privaten Begierden abarbeiten. Und über allem schwebt die Frage, ob es »gute Menschen« und »gute Herrschaft« geben kann.

Wolfgang Amadeus Mozart schuf anlässlich der Krönung Leopold II. einen Fürstenspiegel, der den emotionalen Motivationen der Figuren aus dem Metastasio-Libretto genau nachspürt und für deren innere Zerrissenheit größte Empathie weckt.

Der polnische Regisseur Wojtek Klemm stellte sein genaues Auge für politische Prozesse und menschliche Abgründe bereits 2018 in seiner gefeierten Schauspielinszenierung von Euripides‘ »Die Orestie« im martini-Park unter Beweis. Als Fachmann für komplexe und politisch brisante Themen kehrt er nun im Musiktheater ans Staatstheater Augsburg zurück, mit einer »La clemenza di Tito«-Inszenierung, für die er auch narrative Video-Sequenzen als erzählerisches Mittel nutzt.   

Mit dem Tenor Mirko Roschkowski ist ein Spezialist für die großen Mozartpartien in Augsburg zu Gast. In Rollen wie Titus, Mitridate, Idomeneo u. a. brillierte er bereits auf vielen großen deutschen Bühnen. Er gastierte bereits an der Semperoper in Dresden, der Berliner Staatsoper unter den Linden, der Volksoper Wien u.v.m. Mehr zu seiner Biografie hier: Mirko Roschkowski.

Mit Sally du Randt (Vitellia), Natalya Boeva (Sesto), Jihyun Cecilia Lee (Servilia) und Stanislav Sergeev (Publio) feiern in dieser Inszenierung auch endlich wieder lang vermisste Publikumslieblinge des Staatstheaters ihr Wiedersehen mit dem Publikum. Die Partie des Annio übernimmt die u. a. im Rhein-Main-Gebiet, wie etwa im Opernstudio der Deutschen Oper am Rhein, sehr erfolgreich tätige Mezzosopranistin Ekaterina Aleksandrova. 

                       

»La clemenza di Tito« – Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart
(in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln)

Libretto: Caterino Mazzolà (nach Pietro Metastasio)