Rückkehrer + Mr. X? | Kann sich der FC Augsburg noch kurz vor Transferschluss verstärken?

FC Augsburg verpflichtet Schweizer Nationalspieler Zeqiri

Tabellenvorletzter nach drei Spieltagen, schon acht Gegentore, nur ein eigener Treffer. Die Zwischenbilanz des FC Augsburg nach dem Saisonstart liest sich ernüchternd. Einige Schwachstellen wurden offensichtlich, noch bleiben Manager Stefan Reuter zwei Tage um personell nachzurüsten.

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Reuter muss und will noch am Transfermarkt zuschlagen | Foto: Wolfgang Czech

Wieder einmal waren die Gesichter in der WWK Arena lang und länger geworden. Man hatte es mutig versucht und doch hat es ganz und gar nicht gereicht, um am Samstag im 21 (!) Aufeinandertreffen den ersten Sieg gegen Bayer Leverkusen einzufahren. Im Gegenteil. Nach zwei frühen Eigentoren war man mit Pech in Rückstand geraten und doch war das 1:4 gegen den jetzigen Tabellenzweiten hochverdient. Wie bereits in den Spielen zuvor zeigte man sich trotz aller Bemühungen in der Offensivabteilung zu harmlos, daran änderte auch das erste Saisontor durch Niederlechner nichts. Und auch die Defensive ist alles andere als ein verlässlicher Fels in der Brandung. Auswärts in Frankfurt noch stabil, wackelte es auch hier gewaltig, Leverkusen hätte durchaus noch weitere Treffer erzielen können. Das Fehlen des angeschlagenen Kapitän Gouweleeuw zeigt, die Qualität fehlt in der Breite.

Qualität in der Breite des Kaders muss her

Bereits vor gut zwei Wochen hatte Trainer Markus Weinzierl angemerkt, dass man an der reinen Breite nicht mehr zulegen muss, aber durchaus nach Verstärkungen mit Qualität geschaut wird.

Notwendigkeit besteht hinten wie vorne. Nach dem frühen verletztungsbedingten Ausscheiden von Niederlechner in Frankfurt wurde wohl auch dem Letzten klar, dass die Auswahl an Stürmern zu begrenzt ist. Finnbogason ist erneut verletzt, Cordova nach Copa America und Verletzung gerade erst zurück. Das der Venezolaner eine echte Alternative sein kann, darf zudem bezweifelt werden. Auch bei seiner Leihe im letzten Jahr nach Bielefeld glänzte Cordova nicht gerade.

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Cordova ist zurück im Mannschaftstraining. | Foto: Wolfgang Czech

Doch nicht nur im Angriff fehlt es an qualitativer Breite. Durch den verletzungsbedingten Ausfall von Kapitän Gouweleeuw fehlt es auch in der Defensive. Der erzwungene Abschied von Danso erschwert die Lage zusätzlich. Oxford scheint (noch) nicht stabil genug, auf der rechten Verteidigerseite wissen Framberger und Gumny auch nicht durchgängig zu überzeugen.

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Rückkehrer als Hoffnungsträger

Mit Kevin Vogt scheint nun ein alter Bekannter für den hinteren Mannschaftsteil kurz vor der Rückkehr an den Lech. Von 2014 bis 2016 war Vogt bereits 61 Partien mit dem FCA-Trikot aufgelaufen, nun soll er es wieder überstreifen. Der 29-Jährige ist sowohl als Innenverteidiger, wie auch in seiner ersten Augsburger Zeit im defensiven Mittelfeld einsetzbar. In Hoffenheim kommt er aktuell, nach der Leihe zu Absteiger Bremen in der letzten Saison, nicht mehr regelmäßig zum Einsatz, bei Weinzierl wäre er aber wieder willkommen.

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Kevin Vogt, hier noch im grünen FCA-Trikot, könnte zurückkehren| Archiv-Foto: Sebastian Pfister

Kann auch noch ein Angreifer geholt werden?

Deutlich schwieriger scheint die Suche nach einer qualitativen Verstärkung für die Front zu sein. Spieler, die die Position des Tores kennen sind begehrt und teuer, wirkliche Verstärkungen nur schwer ohne entsprechend hohe Ablösesumme zu bekommen. Doch auch bei den aktuell vertragslosen Spielern tummeln sich einige große Namen.

Keine Zeit für Träumereien

Mit dem Kroaten Mario Mandzukic (u.a. Champions League Sieger mit Bayern) dem portugiesischen Europameister Eder (nach einer schwachen Saison bei Loko Moskau)  oder den ehemaligen Münchnern Franck Ribery und Jerome Boateng befinden sich auch prominente Namen auf dieser Liste wieder. Wirklich realistisch sind diese Personalien aber wohl nicht. Hier dürften die Gehaltsvorstellungen mit den Verdienstmöglichkeiten in Augsburg weit auseinandergehen. Zeit für derartige (Fan-) Träumereien bleibt kaum. Bleibt für Reuter & Co. nur weiter mit offenen Augen und Mut zu agieren. Bis zum 31. August haben sie die Möglichkeit noch Spieler von anderen Clubs nach Augsburg zu lotsen. Mit dem Blick auf die Tabelle und das Spiel am Samstag wäre diese dringend notwendig.