Saison für den Handball-Nachwuchs größtenteils abgebrochen – im Seniorenbereich wird noch gehofft

Neue Entwicklungen, jedoch keine guten, gibt es für die Fans des bayrischen Handballsports. Am 4. Dezember hat der Bayerische Handballverband eine aktuelle Erklärung zur Fortsetzung des Spielbetriebs veröffentlicht. Darin gibt er bekannt, dass bis auf wenige Ausnahmen im Jugendbereich die Saison abgebrochen wird. Nur die Bayernligen in der männlichen und weiblichen B – Jugend könnten fortgesetzt werden, um eine bayrische Finalrunde auszuspielen für die geplante Deutsche Meisterschaftsendrunde. Im Herren- und Damenbereich ist eine Einfachrunde ab Ende Februar das beste Szenario, aber auch ein kompletter Abbruch steht angesichts des Infektionsgeschehens im Raum.

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Symbolbild

Für die kommende Saison wird ein Start der Qualifikation, welche im Jugendbereich über die Ligeneinteilung entscheidet, vor Ostern angestrebt. Das vorzeitige Ende für alle Jugendligen trifft auch die Vereine in der Region stark: „Das bedeutet jetzt ein Jahr fast ohne Handball für unsere Jugendspieler“, sagte der Friedberger Abteilungsleiter Dirk Kreutzburg. „Wir haben in den letzten Jahren mit unserem Friedberger Weg den Fokus stark auf die Jugendarbeit gelegt. Mittlerweile haben wir wieder richtig gut besetzte Nachwuchsteams voller vielversprechender Talente. Die stehen jetzt vor der nächsten Zwangspause, da muss man schon schauen, dass sie nicht die Motivation verlieren.“

Auch die Kissinger Handballer sind natürlich stark von den Einschränkungen betroffen. Julia Rawein, die Trainerin der Damen, sorgt sich vor allem um den Nachwuchs: „Für die Jugend ist das schon herbe. Ich habe natürlich Verständnis für die Maßnahmen, aber jetzt machen wir uns schon Sorgen um die Motivation bei unserem Nachwuchs. Grundsätzlich muss man sich überlegen, wie man die Kinder bei der Stange hält, ohne Training und Spiele wird es schwer.“

Im Seniorenbereich wird noch gehofft

Im Seniorenbereich wird es auch nicht ohne weitere Einschränkungen weitergehen können. Da die Regierung den Lockdown am 2. Dezember bis in den Januar hinein verlängert hat, wird die Handballsaison im besten Fall verkürzt als Einfachrunde fortgesetzt werden können. Denn der BHV wird einer Fortsetzung der Saison grundsätzlich nur zustimmen, wenn folgende Faktoren eintreten: Die Politik müsste das Training erlauben, es bestünde mindestens vier Wochen vor dem Start des Spielbetriebs für die Mehrzahl der Vereine die Möglichkeit, einen geregelten Trainingsbetrieb durchzuführen, und es gäbe auch eine Erlaubnis von Seiten der Politik, den Wettkampfbetrieb fortzuführen.  

Für den überregionalen Handballsport, also die Bayern- und Landesligen bei den Herren und Damen, heißt das, dass im besten Fall ab dem 27. Februar eine Einfachrunde beginnen kann, in der die Resultate der ersten drei Begegnungen, die zum Teil ja noch gespielt werden konnten, mitgenommen werden.

Sollten die Infektionszahlen jedoch zu hoch bleiben, würde der BHV je nach Lage einzelne Turniere veranstalten, um zumindest den Spielbetrieb in diesem kleineren Rahmen aufrechtzuerhalten. Könnte diese letzte Möglichkeit bis zum 9. Mai nicht begonnen werden, so würde der BHV die komplette Saison abbrechen und im Herbst 2021 neu ansetzen mit den Resultaten aus dem September 2020.

„Ich bin gespannt, ob der Termin Ende Februar zu halten sein wird“, sagte Trainerin Rawein. „Das Wegbrechen der sozialen Kontakte ist für uns das Schlimmste. Natürlich verstehen wir alle den Grund dafür, aber das gemeinsame Trainieren und Spielen, das Zusammensein, das fehlt uns allen sehr. Wir alle hoffen, dass es irgendwie weiter gehen kann. Der erste Schritt ist sicherlich, dass man uns das Training in den Hallen wieder erlaubt.“

Für die einzelnen Bezirke gilt, dass bis zum 28. Februar ebenfalls eine Einfachrunde starten sollte, um zumindest so die Saison zu Ende spielen zu können. Falls dies nicht möglich sein sollte, wird die Saison komplett abgebrochen, es gäbe dann weder Auf- noch Absteiger.

Die Beschränkungen für den Amateursport Handball treffen auch die Friedberger Handballer hart. „Wir hoffen, dass wir Ende Februar dann in einen wie auch immer gearteten Spielbetrieb starten können“, sagte Dirk Kreutzburg. „Schließlich müssen wir an unsere Sponsoren und Partner denken, die uns auch in dieser schweren Zeit weiterhin so großartig unterstützen. Für die Maßnahmen der Politik und des bayerischen Handballverbandes haben wir alle vollstes Verständnis. Hoffentlich ist diese herausfordernde Zeit bald vorbei.“

Domenico Giannino