Sanierungstarifvertrag für Galeria Karstadt Kaufhof abgeschlossen – Wie geht es mit den schwäbischen Warenhäusern weiter?

Geschäftsführung, Arbeitnehmervertreter, Gläubiger und Vermieter haben einen Sanierungsplan für die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof beschlossen. Bestandteil des Plans ist die Schließung von 62 Filialen. Ob auch die beiden schwäbischen Warenhäuser in Augsburg und Memmingen  betroffen sind, wird erst morgen offiziell gemacht.

Karstadt
Die Augsburger Karstadt-Filiale in der Bürgermeister-Fischer-Str. | Foto: Karstadt

Nach tagelangen Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und den Arbeitnehmervertretern, Gläubigern und Vermietern ist ein Sanierungsplan für die angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof beschlossen worden. Der Betriebsrat zeigt sich über die Ergebnisse aber mehr als enttäuscht. Besonders die Kommunikation wird bemängelt. Man habe zwar gehört, dass 62 Filialen der Warenhauskette geschlossen werden sollen, eine offizielle Bestätigung gab es dafür aber nicht. Auch welche Standorte betroffen sein werden, will die Geschäftsführung erst morgen direkt an den entsprechenden Standorten verkünden.

Wie geht es mit den schwäbischen Warenhäusern weiter?

Memmingens OB Manfred Schilder verfolgt die Entwicklung mit Besorgnis. Seit 45 Jahren prägt der Karstadt die Einkaufslandschaft in Memmingen. In einem Schreiben wendet sich der Oberbürgermeister an die Geschäftsführung des Konzerns in Essen und appelliert an den Erhalt des Memminger Warenhauses. Schilder  weist nochmals darauf hin, dass der Karstadt am Westtor bisher kein Verlustgeschäft für den Konzern war. Auch in Augsburg betreibt der Konzern noch ein großes Warenhaus in der Bürgermeister-Fischer-Straße. Hier wurde in den vergangenen Monaten immer wieder umgebaut, unter anderem wurde im Kellergeschoss Platz für eine Untervermietung an einen Discounter geschaffen. Dies könnte für den Erhalt des Standort sprechen. Wie und ob es weitergeht werden aber auch die Mitarbeiter der beiden schwäbischen Karstadt-Warenhäuser morgen wissen.

„Tausende Menschen verlieren ihren Arbeitsplatz“

„Morgen verlieren tausende von Menschen ihren Arbeitsplatz und die Betriebsräte sind nicht darauf vorbereitet“, bemängelt die langjährige Betriebsrätin und Mitglied des Verhandlungsgremiums Iris Geiger im RTL/ntv-Interview. Sie berichtet von schwierigen Gesprächen. „Ich habe mich hier in den vergangenen Tagen erpresst gefühlt“, sagt Geiger, und das obwohl der Betriebsrat auch einige Erfolge erzielt habe. So sei der 10-prozentige Personalabbau vom Tisch, sowie die Arbeitszeitflexibilisierung und die Verlängerung des Sanierungstarifvertrags bis 2026.