Scheuer sieht noch immer mangelndes Vertrauen in Bus und Bahn

Angesichts der noch immer relativ geringen Auslastung von Bussen und Bahnen muss nach Ansicht von Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) alles dafür getan werden, um Fahrgastrekorde aus der Zeit vor Corona wieder zu erreichen. „Dabei ist der Gesundheitsschutz das oberste Gebot“, sagte der CSU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Dienstagsausgaben). „Wir haben mit allen Verantwortlichen einen Katalog von Hygiene- und Schutzmaßnahmen für alle Verkehrsträger erarbeitet. Dazu zählen unter anderem die Maskenpflicht, abgestimmte Desinfektions-, Reinigungs- und auch Lüftungskonzepte“, sagte er.

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„Das Ganze wird wissenschaftlich fundiert begleitet.“ Bislang sei jedoch „kein hundertprozentiges Vertrauen in die Fortbewegung mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgekehrt“, stellte der Minister fest.

„Das sieht man am Verkehr, das sieht man an den vielen Autos vor allem in den Städten“, sagte er den Funke-Zeitungen. Dies sei eine riesige Herausforderung, der sich jetzt gestellt werden müsse. Ein Problem sei etwa der geforderte Mindestabstand, wenn die Bahnen im Berufsverkehr wieder voller werden. „Es wäre weltfremd, dies außer Acht zu lassen“, sagte Scheuer.

„Daher ist der Mund- und Nasenschutz so wichtig.“ Entlastung könne etwa der Einsatz von weiteren Zügen bringen. Scheuer verteidigte unterdessen das offene Buchungssystem für Fernzüge in Deutschland, welches in der Coronakrise keine gezielte Auslastungssteuerung ermöglicht und es auch zu überfüllten Bahnen kommen kann. „Sie können jederzeit entscheiden, nicht diesen, sondern den nächsten ICE zu nehmen“, sagte der CSU-Politiker.

In Frankreich gehe das nicht so einfach. Wegen der Infektionsgefahr könne derzeit aber ein geschlossenes Sechserabteil nicht komplett besetzt werden, so der Minister. Scheuer setzt auf das freiwillige Mitwirken der Fahrgäste. „Um das zu steuern, gibt es digitale Konzepte, bei denen der Fahrgast rechtzeitig erfährt: Lieber einen anderen Zug nehmen, dieser ist bereits an der Kapazitätsgrenze.“

Das unkomplizierte Buchungssystem habe in Deutschland 2019 die Rekordzahl von über 150 Millionen Fahrgästen in Fernzügen ermöglicht. „Da wollen wir irgendwann wieder hin“, so Scheuer. „Ich werde auch selbst wieder Bahn fahren und zu Beginn der deutschen EU-Ratspräsidentschaft klarmachen: Das System Bahn ist ein Verkehrssystem der Zukunft.“