Gestern Vormittag tagte die sogenannte Augsburger Allianz für Arbeitsplätze. Unter Führung von Bürgermeisterin Eva Weber wurde über die angekündigte Schließung des Ledvance-Werks an der Berliner Straße diskutiert.

23509051_1753356648040105_5207275438152959416_o Schließung des Ledvance-Werks nicht nötigt - Augsburger Allianz für Arbeitsplätze wendet sich an Unternehmen Augsburg-Stadt News Newsletter Politik Wirtschaft Allianz für Arbeitsplätze Augsburg Eva Weber Ledvance | Presse Augsburg
Bürgermeisterin Eva Weber informierte über die ersten Gesprächsinhalte. | Foto: Bauer

Am frühen Montagnachmittag war klar, die Unternehmensführung sieht keine Zukunft für das Augsburger Ledvance-Werk. Der Vorsitzende der Geschäftsführung Jes Munk Hansen verkündete der Belegschaft in knappen Worten das Aus für Ende 2018. Über 650 Arbeitsplätze würden damit wegfallen.

Wie angekündigt hatte die Stadt Augsburg sofort reagiert und einen Runden Tisch der sogenannte Augsburger Allianz für Arbeitsplätze einberufen. Unter dem Vorsitz von Bürgermeisterin Eva Weber diskutierten Vertreter der IHK und HWK, sowie der Gewerkschaft über die Situation.

Bisherige Unterstützungsversuche nicht angenommen

Seit ungefähr sieben Jahren gibt es diese Allianz, die sich in dieser Zeit bereits mehrfach mit dem drohenden Wegfall zahlreicher Arbeitsplätze konfrontiert sah. Etwa bei den Fällen der Traditionsunternehmen Böwe und manroland, aber auch bei Weltbild konnte so Erfahrungen gesammelt werden, die nun eingebracht werden sollen.

In vielen der vorangegangenen Fälle hatte es aber klare Anzeichen für eine Schließung von Bereichen oder Insolvenz gegeben, vom Schließungsbeschluss bei Ledvance sei man aber, vor allem von der Deutlichkeit und Alternativlosigkeit überrascht gewesen, so Weber im Anschluss an die Runde.

Natürlich hatte es in der herkömmlichen Leuchtenproduktion schon lange Probleme gegeben, seit 2008 hatte es deshalb diverse Versuche gegeben Zukunftskonzepte zu entwickeln und diese zur Umsetzung zu bringen. Zahlreiche Akteure aus der gesamten Region wie Gewerkschaft, Universität, Hochschule und Forschungseinrichtungen hatten sich unter der Regie der Stadt Augsburg eingebracht. Ohne Erfolg. Sowohl von der Siemens-Tochter Osram, als auch von der Ledvance-Führung wurden die Vorschläge nie aufgenommen, angenommen oder gar in den Echtbetrieb umgesetzt.

Allianz für Arbeitsplätze von Schließung überrascht

Bis zuletzt standen die Beteiligten der Allianz für Arbeitsplätze in einem aktuellen Dialog mit der Ledvance-Unternehmensführung, von einer kompletten sowie kurzfristigen Standortschließung war dabei bis dato nie die Rede gewesen. Die Nachricht kam deshalb auch für die Beteiligten mehr als überraschend.

Von den Schließungsabsichten ist die Allianz außerdem so überrascht, weil man bislang zumindest im Dialog zum aktuellen Geschehen stand und von einer kompletten sowie kurzfristigen Standortschließung nie die Rede war. Die Allianz vertritt die Auffassung, dass es nicht unbedingt zu einer kompletten Standortschließung kommen muss. Man gehe davon aus, das zumindest ein Teil des Standorts Augsburg erhalten werden könnte. Aus diesem Grund wird eine ernsthafte objektive Prüfung von Fortführungsszenarien angeregt. Ob die Ledvance-Führung diese Anregung annimmt, bleibt noch offen. Die Stadt Augsburg und die weiteren Beteiligten der Allianz für Arbeitsplätze haben ihre erneute umfassende Unterstützung aber bereits zugesagt.

Ob sich der bisherige Einsatz gelohnt hat, wird sich zeigen. Die Allianz für Arbeitsplätze wird aber am „Thema Ledvance“ dran bleiben und auch die Gespräche mit dem Freistaat Bayern und weiteren Institutionen und Stellen suchen. Nach 110 Jahren sollen der Ankündigung Hansens keine Taten folgen und das frühere Osram-Werk erhalten bleiben.