Schrobenhausen | Feuerinferno auf Rinderhof im Ortsteil Mühlried

Es ist gegen 20:20 Uhr am Donnerstagabend (08.10.2020) als das Telefon in der Einsatzzentrale und bei Maximilian Kainz klingelt. Erstere nimmt einen Brand eines landwirtschaftlichen Anwesens im Schrobenhausener Ortsteil Mühlried im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen auf und alarmiert die zuständigen Einsatzkräfte. Letzterer kriegt einen Schock, denn auf dem Hof, den er gepachtet hat, steht ein Gebäude in Flammen. Sofort setzte er sich in sein Auto und fährt die rund elf Kilometer von seinem Zuhause zum Rinderhof. Währenddessen rücken auch die Rettungskräfte an – der Brand selbst, wie Augenzeugenaufnahmen zeigen, ist bereits von Weitem zu sehen.

201008 Brand Schrobenhausen Fp 10
Foto: Schmelzer

Auf dem Weg zu seinem gepachteten Hof, geht Maximilian Kainz so einiges durch den Kopf: „Sas sind ja mehrere Gebäude, da ist mir natürlich durch den Kopf gegangen, welches Gebäude wird denn betroffen sein und hoffentlich ist es nicht der Stall, wo 55 Rinder drinnen sind. Ich hatte auch gehofft, dass es kein Gebäude ist, wo wir heute gearbeitet haben“. Doch die Gedankenspirale ist für Kainz noch nicht zu Ende: „Mir ist natürlich durch den Kopf gegangen, hast du irgendeinen Fehler gemacht, hast du irgendwas übersehen, hast du vielleicht irgendeinen Motor laufen gelassen oder hast du beim Stapler vielleicht die Zündung nicht ausgeschaltet, hast du irgendeinen Fehler gemacht“. Doch als er dort ankommt ist er erleichtert: „Aber das war alles nicht der Fall. Es ist ein Gebäude abgebrannt, wo wir heute überhaupt nicht gearbeitet haben. Ein Teil der Gebäude ist eine kleine Werkstatt, in der wir heute nicht gearbeitet haben, das andere ist Lager für Heu und Stroh, mit ziemlich viel Heu und Stroh“.

Erleichtert ist die Feuerwehr wahrscheinlich nicht, als sie die Flammen beim Eintreffen bereits meterhoch in den Nachthimmel schlagen sehen. Die erste Sorge galt verletzten Personen oder Tieren, aber Gott sei Dank gibt es hier keine Schäden zu beklagen. Die Besitzer bemerken zwar das Feuer frühzeitig, aber unternehmen selbst keine Löschversuche. Trotzdem helfen sie der Feuerwehr enorm, denn sie wissen, wo auf dem Hofgelände die Wasserentnahmestellen liegen. Glücklicherweise ist auch der Rinderstall mit den 55 Tieren nicht von den Flammen bedroht, denn er steht rund 30 Meter vom Flammeninferno entfernt. Allerdings haben die Kameraden trotz allem genug zu tun, denn in dem großen Gebäude ist nicht nur eine Werkstatt untergebracht, sondern auch ein großes Heu- und Strohlager. Meterhoch schlagen die Flammen in den Nachthimmel, auch nachdem der Dachstuhl zum Teil eingestürzt ist.

Das Technische Hilfswerk wird mit schwerem Gerät hinzugezogen, denn das brennende Heu und Stroh muss zum Ablöschen aus dem Gebäude heraus. Mit einem Bagger und einem Radlader unterstützen die THWler die Feuerwehr und bringen das Brandgut auf eine nahe Wiese, wo es auseinandergezogen und dann von der Feuerwehr abgelöscht wird. Die Löscharbeiten selbst ziehen sich über Stunden hin. Warum der Brand ausgebrochen ist, weiß aktuell noch niemand. Ermittlungen zur Brandursache liegen nun in den Händen der Kriminalpolizei, die bereits noch während der Arbeit der Feuerwehr anwesend ist.