Die Sport- und Schützenvereine in der Region dürfen sich über eine kräftige Finanzspritze aus München freuen.

Wie der regionale Landtagsabgeordnete und Sportpolitische Sprecher der SPD-Landtagsfraktion Harald Güller mitteilt, erhalten die Sport- und Schützenvereine in der Stadt Augsburg für das Jahr 2022 über 413.000 Euro Förderung aus dem Haushalt des Freistaats in Form der Vereinspauschale. Für die Vereine im Landkreis Augsburg sind es knapp 474.000 Euro, in ganz Schwaben sind es 3,28 Millionen Euro. „Der Betrag für den jeweiligen Sport- oder Schützenverein errechnet sich aus den sogenannten Mitgliedereinheiten multipliziert mit dem Faktor 0,29 Euro pro Mitgliedereinheit“, erklärt der SPD-Politiker Güller. „Damit fällt der Betrag nach der Verdoppelung, die 2020 und 2021 richtigerweise aufgrund der Corona-Krise stattgefunden hat, leider wieder auf das Niveau von 2019 zurück“, fügt Güller hinzu.

„Damit liegen wir wieder auf dem gleichen Niveau wie vor der Pandemie, während wir in Coronazeiten vorübergehend sogar das Doppelte bezahlt haben. Das gibt es nur in Bayern und es ist gut und richtig so, denn gerade das Vereinsleben macht die besondere Lebensqualität in unserer Heimat aus“, findet der Landtagsabgeordneter  Dr. Fabian Mehring (Freie Wähler), der selbst acht Jahre lang einen regionalen Sportverein im Ehrenamt geführt hat.

Wie Mehring weiter berichtet, resultieren aus der Erhöhung der Pauschale für den Regierungsbezirk Schwaben über 3,25 Mio. Euro an Fördermitteln. Mehring:“ Daran ist abzulesen, dass unsere Sport- und Schützenvereine nach der Pandemie wieder steigende Mitgliedszahlen aufweisen, sodass die Förderhöhe sogar das Niveau vor Corona übersteigt“, freut sich der Parlamentarische Geschäftsführer der FW-Regierungsfraktion.

Der SPD-Politiker Güller sieht das Ehrenamt aber weiter gefordert: „Es ist natürlich gut, dass die Vereine das Geld bekommen. Uns allen muss aber bewusst sein: Was die Vereine und die Ehrenamtlichen vor Ort leisten, ist mit Geld, gerade vor dem Hintergrund der letzten beiden Corona-Jahre und dem jetzt erst Wiederanlaufen des Sports, kaum aufzuwiegen. Sie sorgen dafür, dass Erwachsene und insbesondere Kinder fit bleiben und weniger krank werden, sie schaffen mehr Miteinander, sie leisten oft genug Integrationsarbeit.“

„Doch der große Wermutstropfen bleibt: Dieses Jahr ist es leider nicht gelungen im Landtag und mit der Staatsregierung nochmals zusammen mit der SPD eine Mehrheit zu finden, damit die Vereinspauschale wie 2020 und 2021 unbürokratisch verdoppelt wird. Die Corona-Krise ist für unsere Sportvereine leider noch nicht vorbei und der Sport hätte es verdient, auch 2022 zumindest teilweise eine pauschale Erhöhung der Vereinspauschale zu bekommen.

Die dunklen Wolken, die inzwischen über den Vereinen durch die extrem gestiegenen Energiepreise aufziehen, dürfen nicht ignoriert werden. Insbesondere die ,besitzenden Vereine‘ (Vereine, denen Sporthalle und Sportplatz selbst gehören) treffen die explodierenden Preise unmittelbar. Aber auch die anderen Vereine sind später mittelbar betroffen, wenn Kommunen bzw. Landkreise deren Sportstätten sie nutzen, die Gebühren hochsetzen oder vielleicht sogar im Winter schließen. Für mich ist sicher, dass wir hier im Herbst deutlich nachsteuern und zusätzliche Unterstützungsprogramme auf den Weg bringen müssen. Denn so wichtig es ist, Energie zu sparen, dürfen wir nicht den Fehler machen, dass Sport für die Menschen finanziell unerschwinglich wird oder unsere Sportstätten sogar geschlossen werden. Auch hier werden wir als SPD-Fraktion im Landtag sicher weiterhin aktiv sein“, fasst der Sportpolitiker die Lage zusammen.

Güller bleibt außerdem bei seiner grundsätzlichen Forderung für die SPD-Landtagsfraktion: „Die Vereinspauschale muss auf Dauer endlich angehoben werden, beispielsweise auf 0,45 Euro pro Mitgliedereinheit. Wir dürfen die bayerischen Sport- und Schützenvereine nicht im Regen stehen lassen.“ 

Die Summen der Vereinspauschale betragen im Detail:

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