Schwabens Steinmetze fusionieren zu einer schlagkräftigen Innung

 „Wir stehen gemeinsam in der Verantwortung, die Zukunft unseres Steinmetz- und Steinbildhauer-Handwerks zu gestalten“, so stand es in der Einladung an die Mitglieder der Bildhauer- und Steinmetz-Innung Südschwaben sowie Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Nordschwaben zur Fusionsversammlung in Ettringen. Die Fusion der beiden Innungen ist, „ein großer Schritt hin zu einer schlagkräftigen Innung“, betonte Landesinnungsmeister Hermann Rudolph, der als Vorstandsmitglied der Innung Südschwaben diese „Hochzeit“ auch angeregt hatte. So sahen es auch die Mitglieder und stimmten der Fusion (zum 1. Januar 2022) zu. Sitz der Geschäftsstelle der Innung Schwaben wird bei der Kreishandwerkerschaft Memmingen-Mindelheim in Memmingen sein.

Steinmetze Innung Schwaben Vorstand. 20B
Der Vorstand der Steinmetz- und Steinbildhauer-Innung Schwaben. Vorne (Mitte) Obermeister Stefan Maier mit seinen Stellvertretern Christopher Probst (links) und Ulrich Kempter (rechts); hinten (von links) die Vorstandsmitglieder Mario Michl, Stefan Hampel, Thomas Schröder und Emanuel Wagner. Foto: prb/Lilo Brückner

Entscheidend für den erfolgreichen Abschluss der Verhandlungen war nicht zuletzt, dass die Chemie stimmte. So verlief auch die Wahl von Stefan Maier, Obermeister der Innung Nordschwaben, zum  Obermeister der neuen Innung Schwaben in großer Harmonie. Uwe Jocham, der seit 1994 als Obermeister die Innung Südschwaben führt, hatte nicht kandidiert. Er war der Meinung, mit der Fusion sollte ein Jüngerer das Amt des Obermeisters übernehmen.

Die 27 Jahre als Obermeister waren bereichernd und die Arbeit habe ihm immer Spaß gemacht. Aber jetzt sei er auch froh, das Amt geordnet übergeben zu können, betonte Jocham, der während seiner gesamten Amtszeit die Bedeutung einer starken Innung propagiert hat. „Die vielen Vorteile, von denen alle Mitglieder profitieren, sind von einer starken Innung abhängig“, war immer seine Überzeugung. Seine Erfahrung brachte Jocham auch als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Kempten ein. Außerdem ist er von der Handwerkskammer Schwaben öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für das Steinmetz- und Steinbildhauerhandwerk.
Stefan Maier stehen als stellvertretende Obermeister die stellvertretenden Obermeister Christopher Probst (Innung Südschwaben) und Ulrich Kempter (Innung Nordschwaben) zur Seite. Weiter gehören dem Vorstand an: Thomas Schröder (Innung Südschwaben) sowie Stefan Hampel, Emanuel Wagner und Mario Michl (Innung Nordschwaben).

Stefan Maier sei der ideale Obermeister der künftigen Innung Schwaben. „Er bringt die besten Voraussetzungen mit, ist sehr engagiert und auch kommunikativ“, lobte der Landesinnungsmeister diese Wahl. Das Thema Kommunikation liegt Stefan Maier auch besonders  am Herzen. Die Mitglieder frühzeitig über aktuelle Entwicklungen und Entscheidungen zu informieren und die Öffentlichkeitarbeit zu verstärken, nannte er als sehr wichtige Aufgaben.

Die Bedeutung des Zusammenschlusses wird auch durch Zahlen deutlich: Hat die Innung Südschwaben jetzt 37 Mitglieder und Nordschwaben 46, so verfügt eine gemeinsame Innung Schwaben mit  83 Mitgliedern über deutlich mehr Gewicht und gewinnt damit auch erheblich an Außenwirkung. Damit erweise sich die Innung Schwaben als gut aufgestellt, so die positive Einschätzung von Maier. Darüber hinaus lässt sich durch Synergieeffekte auch einiges an Kosten einsparen.

Um die Innungen erfolgreich in die Zukunft führen zu können, sei eine gewisse Größe unverzichtbar, stimmten Maier und Landesinnungsmeister Rudolph überein. Damit sei es jedoch nicht getan. Die einzelnen Innungen sollten darüber hinaus alle Möglichkeiten zur verstärkten Zusammenarbeit, auch mit dem Landesinnungsverband Bayern, bei größeren Aktionen und Projekten prüfen und nutzen. Die Bedeutung eines Grabes z. B. der Bevölkerung bewusst zu machen, sei eine ganz wichtige Aufgabe für die Steinmetze. Als Beispiel dafür nannte Rudolph die Beteiligung an der Landesgartenschau in Lindau. Von den Besuchern dort habe er sehr positive Rückmeldungen erhalten.

Landesinnungsmeister Hermann Rudolph gab generell zu bedenken, dass durch sinkende Mitgliederzahlen es auch immer schwieriger wird, Ehrenämter zu besetzen. Daher sei eine  Fusion zu einer größeren Innung auch ein Weg, das handwerkliche Ehrenamt zu stärken und zu bewahren. Für die handwerklichen Betriebe bedeuteten die Innungen ein ganz großes Plus. Ihre Obermeister und Vorstandsmitglieder seien es, die dem Handwerk Gehör verschaffen, die Interessen der Mitglieder bei wichtigen Entscheidungen durch Politik und Gesetzgeber vertreten. Ohne dieses ehrenamtliche Engagement wäre das Handwerk um eine wichtige Stütze ärmer!

prb