Vor einer Woche hatte die Polizei einen vermeintlichen Überfall auf einem Supermarktparkplatz in Schwabmünchen aufgenommen und die Ermittlungen begonnen. Eine Frau soll von einem Unbekannten u.a. blauer Farbe im Gesicht besprüht worden sein. Jetzt kam etwas ganz anderes zu Tage.

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Heute vor einer Woche  wurde die Polizei zum REWE-Markt in Schwabmünchen gerufen. Eine Frau sei das Opfer einer Gewalttat geworden. Ein unbekannter Täter hätte sie mit blauer Farbe im Gesicht besprüht und ihr einen Schlag auf den Kopf verpasst. Aufgrund der Kopfschmerzen musste sie ins Krankenhaus gebracht werden.

Bereits einige Tage zuvor wurde die Frau zwei weitere Male zum Opfer. An ihre Hausmauer war mit schwarzer Farbe das Wort „tot“ gesprüht worden. Am nächsten Tag war der Briefkasten am Arbeitsplatz der Frau mit Hundekot beschmiert und ein Drohschreiben mit ihrem Vornamen und ebenfalls dem Wort „tot“ darin. Dabei wurden die Worte mit ausgeschnittenen Zeitungsbuchstaben auf Papier geklebt.

Die Polizei Schwabmünchen hatte die Ermittlungen aufgenommen. Auch im Umfeld des vermeintlichen Opfers wurde ermittelt. Die Nachforschungen haben nun ergeben, dass die 29-Jährige sich selbst besprüht und bemalt hatte und auch die anderen in diesem Zusammenhang angezeigten Straftaten frei erfunden waren. Mit den gesammelten Beweisen konfrontiert, verstrickte sich die Frau in Widersprüche, bis sie schließlich einräumte, die von ihr angezeigten Taten selbst begangen zu haben.

Als Motiv gab die 29-jährige an, mit dem Tod einer langjährigen Kollegin nicht klar zu kommen und zudem Beziehungsprobleme zu haben. Mit der Geständigen – nunmehr Beschuldigten – wurde vereinbart, dass sie sich unverzüglich in psychologische Behandlung begibt. Unabhängig davon wird der Staatsanwaltschaft eine Anzeige wegen Vortäuschens von Straftaten vorgelegt.