Bei einer großangelegten Übung in Baden-Württemberg haben Polizei und Bundeswehr den gemeinsamen Anti-Terror-Kampf geprobt. Knapp eineinhalb Wochen nach dem antisemitischen Attentat von Halle spielten Einsatzkräfte am Samstag ein Szenario durch, bei dem ein Anschlag in der Konstanzer Fußgängerzone mit einer Autobombe, mehreren schwer bewaffneten Terroristen und Dutzenden Toten simuliert wurde.

Eine Anti-Terror-Übung von Polizei und Bundeswehr in der Größe und Form habe es noch nie in Deutschland gegeben, hieß es aus dem baden-württembergischen Innenministerium Das Szenario war am Freitag in einer Stabsrahmenübung hinter verschlossenen Türen durchgespielt worden. Am Samstag wurde in der Praxis und vor Publikum der Ernstfall geübt. Spezialeinsatzkräfte der Polizei bekämpften die «Attentäter».

In mehreren Kliniken in Baden-Württemberg wurden die «Terroropfer» versorgt. Die Polizei war dem Szenario zufolge so überlastet, dass sie die Hilfe der Bundeswehr anfordern musste. Soldaten transportierten Verletzte mit gepanzerten Fahrzeugen aus der Gefahrenzone.

Der Anschlag von Halle habe vor Augen geführt, dass es wichtig ist, sich auf Situationen vorzubereiten, von denen man glaubt, dass sie nie eintreten werden, sagte der baden-württembergische Innenminister Thomas Strobl nach der Übung.